Transport-Unternehmer und das MiLoG

Warum regen sich denn überhaupt die Transport-Unternehmer über das MiLoG auf. Die können doch in Echtzeit bei ihren LKW, alles direkt und digital über GPS, Handy, Telematik usw., im PC der Firma erfassen und abspeichern. Die Lenk- und Ruhezeiten und auch alle Arbeitszeiten können natürlich in Echtzeit erfasst und gespeichert werden. Dann gibt es am Abend eine doppelte Abspeicherung der ganzen Daten. Die Arbeitszeiten müssen dann inkl. Lenk- und Ruhezeiten 2 Jahre lang aufbewahrt werden, da ja die Lenk- und Ruhezeiten auch direkt in den Arbeitzeiten “mit” enthalten sind.

Wo also besteht jetzt das Problem?

Das Bürokratiemonster wird hier doch nur künstlich aufgebauscht und als Grund vorgeschoben. Deren Problem ist, das die Lenk- und Ruhezeiten und die Arbeitszeiten der BKF nicht richtig und vollumfänglich von den Transport-Unternehmen kontrolliert werden. Viele BKF haben durch falsches Bedienen des Digi Tachos diese Zeiten schon nicht richtig erfasst. Dann würden sie nämlich feststellen, das alle BKF mindestens eine Woche jeden Monat umsonst arbeiten.

Genau hier fängt das Gejammer der Transport-Unternehmer (Speditionen) an, denn die freiwillige Arbeitsbereitschaft (Bereitschaftsdienst) wird komplett als Opt-out registriert. Der Bereitschaftsdienst ist ja grundsätzlich vor Beginn der täglichen Arbeit “freiwillig” in jeden Tag (angeblich) erneut begründet worden und somit werden die Überstunden ab 208 Stunden komplett als Opt-out registriert. Somit bewerkstelligt der BKF fast nur die bis zu 195 Lenkzeitstunden, und evtl. bis zu 13 Stunden noch die Vor- und Abschlussarbeiten, sodass der BKF im Durchschnitt von 4 Monaten garantiert nicht über 208 Stunden kommt.

Alleine schon wegen der Nicht-Gewährung des Freizeitausgleichs für die tatsächlich geleisteten Stunden über 208 Stunden, ist das MiLoG für die deutschen BKF “in” Deutschland ein bürokratischer Kropf, da natürlich “jeder” BKF bei 208 Std. mehr wie 8.50 € haben muss. Das bedeutet allerdings auch, das eventuell. die max. 195 Lenkzeitstunden insg. 1657 € Brutto bzw. abzüglich ca. 43 % bei Stkl.1 ca. 955 € netto ergeben könnten. Also werden jeden Monat 22 Überstunden ab 173 Normal-Stunden erbracht und das natürlich ohne Überstunden-Zuschläge. Die 173 Normal-Stunden ergeben sich aus dem allgemeinen deutschen Tarifgefüge, denn es gibt (normal) keinen Beruf mehr in Deutschland, der tariflich über diese 173 Monats-Stunden als Grund-Arbeitszeit beinhaltet.

Nur der deutsche BKF hat eine arbeitsvertragliche Verpflichtung, insg. 195 Lenk-Stunden und 208 Gesamt-Stunden zu leisten, die in allen deutschen Tarifverträgen der Transport-Branche beinhaltet sind. Alle Stunden über die 208 Stunden, werden jedoch als Opt-out zur Arbeitszeit bzw. als Bereitschaftsdienste betrachtet, die der BKF natürlich jeden Monat bis zu 52 Stunden (freiwillig?) umsonst macht. Diese 52 Std. brauchen auch nicht im Digi-Tacho aufgeführt, abgespeichert und deswegen auch nicht im Freizeit-Ausgleich umgerechnet oder vergütet werden, da der BKF ja nur (höchstens) innerhalb von 4 Monten durchschnittlich 208 Std. arbeiten darf.

http://actie-in-de-transport.org/?p=1558

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Zitat in der Zeitung die Zeit:
http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-02/mindestlohn-buerokratie-dokumentation
Täglich schickt er bis zu 500 Lastwagen in Europa auf die Straße. Sein gesamtes Geschäft ist komplett digitalisiert. Aktenschränke oder Unterlagenhaufen sucht man in dem Familienbetrieb vergebens – die braucht kein Mensch. Nur der Gesetzgeber – denn seit Januar gilt das Mindestlohngesetz. Und das legt fest, dass Unternehmen akribisch festhalten, wann Mitarbeiter ihren Dienst angefangen und beendet und wie lange sie gearbeitet haben. Dafür findet Herr Dettendorfer, Firmenchef in der achten Generation, klare Worte: “Diese Dokumentationspflicht ist für uns ein Drama”, sagt er. “Das regt mich auf wie die Sau.”
Zitat Ende

Das bedeutet, der Herr Dettendorfer hat entweder keine Ahnung oder er will etwas Illegales und Gesetzeswidriges nur weiterhin gegenüber dem Gesetzgeber bzw. den Aufsichtsbehörden wie Zoll, BAG usw. verschleiern.

LÖSUNG?
Was soll es, …… wenn die BKF selbst diese Zusammenhänge nicht verstehen oder begreifen wollen, kann auch der beste Tarifvertrag nicht mehr helfen. Aber leider wehren sie sich ja nicht. Nur einen Monat lang, den Digi-Tacho auf echte Arbeitzeit einstellen, sodass auch nicht nur die echte Ruhezeit richtig registriert wird. Was dann wohl in der Spedition los ist wenn der BKF nach 3 Wochen mit dem LKW auf den Hof kommt und dem Chef sagt: „Ich mach Feierabend, denn meine Arbeitszeit von 208 Stunden ist jetzt voll, weil ich ja für die weiteren Überstunden keinen Freizeitausgleich bekommen kann“.? Der “Alte” dreht ab und verbietet es dem BKF den Digi-Tacho auf Arbeitszeit einzustellen. Mit anderen Worten, der Unternehmer verlangt vom BKF, das er weiterhin jeden Monat 52 Std. widerrechtliche Arbeit erbringt, wobei er dazu natürlich auch keinen Ausgleich bekommt.


Hier könnt ihr euch zur Demo in Köln anmelden >>>
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https://www.facebook.com/events/400323830125404/?fref=ts

So und jetzt muss sich jeder deutsche BKF an die eigene Nase packen, bevor er herumschreit wegen dem Dumpingwettbewerb und dem “blöden MiLoG.”

FAZIT:
Jeder Transport-Unternehmer muss in der ganzen EU, regelmäßig jeden Monat alle Überstunden über 208 Stunden automatisch registrieren und abspeichern. So besagt es ja auch das ArbZG und der Tarifvertrag, das nicht mehr Stunden innerhalb von 4 Monaten erlaubt sind. Also ist es jeden Monat immer wieder das gleiche, was ein BKF und Transport-Unternehmer an Arbeitzeiten abspeichern muss, da es ja alle Unternehmer im gewerblichen Güterkraftverkehr in der EU genauso machen müssen. Natürlich braucht es dazu auch gerechte Wettbewerbsbedingungen, mit dementsprechenden gleichen EU-weiten BKF- Gehältern, die eine unabdingbare Voraussetzung dafür sind.

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