Schlagwort-Archiv: Arbeitsbedingungen

Neues aus dem Hause “BAG”

Erinnert Ihr euch noch an den Fragebogen des BAG zu den Arbeitsbedingungen der Fahrer? Hier jetzt das Ergebnis!
Erschreckende Erkenntnis f√ľr das BAG : viele Fahrer verbringen ihre regelm√§ssige w√∂chentliche Ruhezeit im Fahrerhaus, fernab ihrer Familien!!!!!

______________________________
. Zusammenfassung:
Im Zeitraum von April bis Juni 2014 hat der Stra√üenkontrolldienst des Bundesamtes rund 1.800 in- und ausl√§ndische Kraftfahrer zu ihren Arbeitsbedingungen befragt. Dabei entfielen auf die folgenden vier Nationen der Kraftfahrer die h√∂chsten Anteile an der Gesamtstichprobe: Deutschland (38 %), Rum√§nien (14 %), Tschechien (13 %) und Bulgarien (6 %). In einem Gro√üteil der F√§lle war die Herkunft des Kraftfahrers identisch mit der Herkunft des Bef√∂rderers und dem Zulassungsstaat des Fahrzeugs. Ein Anteil von rund 86 % aller befragten Kraftfahrer war im Fernverkehr t√§tig. Rund 95 % der Befragten arbeitete haupts√§chlich als Kraftfahrer. Das Durchschnittsalter der befragten Kraftfahrer betrug rund 44 Jahre. Im Durchschnitt √ľbten sie rund 17 Jahre ihren Beruf aus.

Einen gro√üen Einfluss auf die Arbeitszeiten und damit die Arbeitsbedingungen der Kraftfahrer haben die gesetzlich festgelegten Lenk- und Ruhezeiten. Sie bestimmen nicht nur den Arbeits- und Ruherhythmus der Kraftfahrer, sondern indirekt auch die Orte, an denen sich die Kraftfahrer w√§hrend ihrer Ruhezeit aufhalten m√ľssen. Ist bei Ber√ľcksichtigung der Lenkzeit eine R√ľckkehr nach Hause nicht sinnvoll oder m√∂glich, m√ľssen die vorgeschriebenen Ruhezeiten (Wochen- und Tagesruhezeiten) beispielsweise im bzw. beim Fahrzeug verbracht werden. Die Fahrerbefragung ergab, dass einem Gro√üteil der befragten Kraftfahrer eine t√§gliche Heimfahrt nicht m√∂glich ist: Ein Anteil von rund 72 % der befragten Kraftfahrer verbringt die Tagesruhezeit im bzw. beim Fahrzeug. Der Anteil der befragten Kraftfahrer, der dies w√§hrend der Wochenruhezeit macht, ist hingegen geringer und betr√§gt rund 25 %. Im Gegenzug kann ein Anteil von rund 57 % aller Befragten w√§hrend ihrer Wochenruhezeit zu Hause sein, wobei hier in Bezug auf die Nationalit√§ten Unterschiede bestehen. Beispielsweise verbringt ein h√∂herer Anteil der Kraftfahrer, die aus den jungen EU-Mitgliedstaaten1 stammen, ihre Wochenruhezeit im Fahrzeug (43 %) als Kraftfahrer aus den alten EU-Mitgliedstaaten2 (11 %). Jedes Wochenende kann rund die H√§lfte der befragten Kraftfahrer zu Hause verbringen, wobei innerhalb der Stichprobe Unterschiede beispielsweise in Bezug auf das Alter und die Nationalit√§t der Kraftfahrer bestehen: So ist der Anteil der Kraftfahrer, die weniger als ein Wochenende im Monat zu Hause sind, bei jungen Kraftfahrern (17 %) und jenen aus den jungen EUMitgliedstaaten (25 %) h√∂her als bei Kraftfahrern fortgeschrittenen Alters (5 %) oder jenen aus Deutschland (1 %).

Solidarisierung wirkt wie eine Waffe!

Aufruf:

Deutsch¬≠land¬≠weit und in ganz Europa steht die Transportbran¬≠che mit dem R√ľcken zur Wand, und das nicht ohne Grund. Billigstar¬≠bei¬≠ter aus Ost¬≠eu¬≠ro¬≠pa und Asien sind in in den Fahrerh√§usern der Fernlaster l√§ngst keine Seltenheit mehr. Ihre Ar¬≠beits¬≠be¬≠din¬≠gun¬≠gen und L√∂hne sind mi¬≠se¬≠ra¬≠bel. So auch in den Betrieben der Globalplayer und Grosslogistiker: Die Firmen geben grosse Teile des Be¬≠trie¬≠bes in die H√§nde von Sub¬≠un¬≠ter¬≠neh¬≠mern, womit diese selbst nicht mehr die Ver¬≠ant¬≠wor¬≠tung f√ľr die dort Be¬≠sch√§f¬≠tig¬≠ten tr√§gt. Die Ar¬≠beits¬≠be¬≠din¬≠gun¬≠gen in die¬≠sen Sub¬≠un¬≠ter¬≠neh¬≠men sind ver¬≠hee¬≠rend: 10-18 Stun¬≠den-Schich¬≠ten, mi¬≠ni¬≠ma¬≠le L√∂hne, keine Ar¬≠beits¬≠ver¬≠tr√§¬≠ge und Kran¬≠ken¬≠ver¬≠si¬≠che¬≠run¬≠gen, man¬≠gel¬≠de Schutz¬≠klei¬≠dung, v√∂l¬≠li¬≠ge Iso¬≠la¬≠ti¬≠on von der Au¬≠√üen¬≠welt.

T√§g¬≠li¬≠cher sozialer und Arbeitsdruck der Be¬≠trof¬≠fe¬≠nen schaf¬≠fen ein Sys¬≠tem der Angst, aus dem sie sich meist selbst nicht mehr be¬≠frei¬≠en k√∂n¬≠nen. Der Gang zu einer Beh√∂rde oder zum Arzt wird schlichtweg un¬≠ter¬≠sagt indem die Betroffenen gar nicht erst in die N√§he Ihres Lebensmittelpunktes disponiert werden, eine soziale Ver¬≠bin¬≠dung zur ‚ÄěAu¬≠√üen¬≠welt‚Äú und zur eigenen Familie wird somit nahezu un¬≠m√∂g¬≠lich gemacht. Wer Pro¬≠ble¬≠me hat oder macht, wird ein¬≠fach in einer Nacht- und Ne¬≠bel¬≠ak¬≠ti¬≠on gefeuert und in einem fremden Land oftmals allein gelassen. Dies schafft Angst und l√§hmt den Menschen sich f√ľr seine Rechte einzusetzen. Solidarisiert Euch und ihr werdet merken “Solidarisierung wirkt wie eine Waffe!”
-Un­mensch­li­che Sozialver­hält­nis­se

Nicht nur die Ar¬≠beits¬≠be¬≠din¬≠gun¬≠gen, auch die Wohn¬≠ver¬≠h√§lt¬≠nis¬≠se der Fahrer sind men¬≠schen¬≠un¬≠w√ľr¬≠dig. Das Fahrerhaus eines LKW scheint hier noch luxuri√∂s im Vergleich zu den kleinen Spatzennestern auf den D√§chern der Heerscharen der Kurier und Sprinterfahrzeuge. Es gibt bis heute keine Anzeichen f√ľe eine Verbesserung seitens der EU¬† zu den Missver¬≠h√§lt¬≠nis¬≠sen. Soziale Isolation und menschenunw√ľrdige Arbeitsbedingungen, da sind Kon¬≠flik¬≠te ab¬≠seh¬≠bar und vor¬≠pro¬≠gram¬≠miert. Ebenso kann man hier klar von verkehrssicherheits bedenklichen Zust√§nden sprechen.
-Aus­blei­ben­de Harmonisierung

Der LKW ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden, so dass seine lebenswichtige Bedeutung und die enorme Wichtigkeit im EU-Binnenmarkt, von den Verantwortlichen der Politik im gerechten Wettbewerb, nicht mehr bewusst registriert wird. Ganz bewusst ist ER von der verladenden Wirtschaft bzw. Industrie auf einen leistungsbezogenen und gewinnorientierten Bedarf ausgelegt und gefördert worden Рnur den LKW-Fahrer, der als Fernfahrer ständig in ganz Europa unterwegs ist, hat man dabei bisher vergessen.
-Wei­ter­hin pre­kä­re Ar­beits­ver­hält­nis­se

Arbeitspl√§tze, Wachstum, Wettbewerbsf√§higkeit, Energiesicherheit. Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sagte, damit werde sich entscheiden, welchen Platz Europa in der Welt einnehme. Damit ist aber doch klar erwiesen, dass das Soziale und Gerechte in der EU, wie das ab 1961 eigentlich g√ľltige Koalitions- oder Vereinigungsrecht und das Recht auf Kollektivverhandlungen, einen unbedeutenden Platz in der Agenda vom ‚ÄěRat‚Äú einnimmt, denn auch die 1996 revidierte Fassung der Europ√§ischen Sozialcharta (ESC), wurde zwar u.a. von Deutschland unterzeichnet, aber nicht ratifiziert,

obwohl es Bestanteil der GrundrechtCharta (GrCh) ist. Genau hier br√∂ckelt die Glaubw√ľrdigkeit der deutschen und der EU-Politik, da immer nur die globale Wirtschaft in den Vordergrund gestellt wird. Urspr√ľnglich sollten die arbeitsrechtlichen Vorschriften der EU verhindern, dass es durch die Schaffung des EU-Binnenmarktes eine Verschlechterung der Arbeitsnormen gibt oder den Wettbewerb verzerrt‚Ķ

Au­ßer­dem wurde uns be­rich­tet, dass noch immer viel zu lange Schich­ten ohne jegliche Kontrollen und Sanktionen gemacht wer­den und dass wei­ter­hin du­bio­se Leihverträge und Verbringung der Fahrer quer durch Europa mit Reisbussen Normalität ist.
-Un­se­re For­de­run­gen:

-Wir for¬≠den, dass die Arbeitsbe¬≠din¬≠gun¬≠gen ra¬≠di¬≠kal ver¬≠bes¬≠sert wer¬≠den ‚Äď Arbeit muss men¬≠schen¬≠w√ľr¬≠dig sein.

-Wir for¬≠dern eine un¬≠ver¬≠z√ľg¬≠li¬≠che Harmonisierung des EU weiten Wettbewerbs. – Au¬≠√üer¬≠dem for¬≠dern wir nach¬≠voll¬≠zieh¬≠ba¬≠re Maut und Steuerabgaben in den je¬≠wei¬≠li¬≠gen L√§n¬≠dern.

-Wir for¬≠dern die 28 Regierungen der EU und das Br√ľsseler Parlament auf, die Aus¬≠beu¬≠tung der ost- und s√ľd¬≠eu¬≠ro¬≠p√§i¬≠schen Men¬≠schen, die in ihre oftmals aussichtlosen Lage erpressbar sind, zu be¬≠en¬≠den und sie zu¬≠k√ľn¬≠fitg mit fes¬≠ten Ar¬≠beits¬≠ver¬≠tr√§¬≠gen mit ta¬≠rif¬≠li¬≠cher und so¬≠zia¬≠ler Ab¬≠si¬≠che¬≠rung nach hier g√ľl¬≠ti¬≠gem Ar¬≠beits¬≠recht zu be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gen. Ein 3-Klas¬≠sen-Sys¬≠tem innerhalb Europas aus Fest¬≠an¬≠ge¬≠stell¬≠ten, Lei¬≠h¬≠ar¬≠bei¬≠ter und Werk¬≠ver¬≠trags¬≠be¬≠sch√§f¬≠tig¬≠ten ist nicht l√§nger¬† zu to¬≠le¬≠rie¬≠ren.

Hier stehen aktuell 2,5 Millionen, einstmals gut bezahlte und gesellschaftlich geachtete Arbeitspl√§tze in der Transport u.- Logistikbranche auf dem Spiel. Wir alle zusammen sind nicht nur die Versorger der Nation, sondern Menschen und B√ľrger mit √Ąngsten und N√∂ten, die eine gewaltige demokratische Macht darstellen k√∂nnen.

Mit der Actie in de Transport Germany machen wir auf Missst√§nde und Gefahren aufmerksam – auch, indem wir sie sehr deutlich beim Namen nennen. Aber nur wir gemeinsam k√∂nnen wieder mehr Einfluss auf unsere Volksvertreter und ihre Entscheidungen bekommen.Tragt Eure Wut, Euren Zorn und Euren Frust gemeinsam auf die Stra√üe. Vergrabt euch nicht in euren kuscheligen multimedialen Wohnh√∂hlen, denn dort werdet ihr nicht gesehen und nicht geh√∂rt. Oder macht es euch Freude permanent fremdbestimmt zu werden? Wir m√ľssen jetzt Flagge zeigen, sonst sind wir bald auch dieses Rechtes beraubt.

Udo Skoppeck
1. Vorsitzender A.i.d.t. e.V.
V.i.S.d.P. Actie in de Transport Germany
www.a-i-d-t.de