Sozialdumping und unfairer Wettbewerb
NEIN DANKE

Solidarisierung wirkt wie eine Waffe!

Es gibt große und kleine Fahrergruppierungen/ Interessengruppen/Vereine etc. , große und kleine Gewerkschaften in der EU und mehrere oppositionelle Gruppierungen im EU-Parlament, die alle mehr oder weniger an einem Ziel arbeiten. Nämlich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kraftfahrer in Europa zu verbessern. Was sie alle eint, ist der schwierige, teilweise gänzlich fehlende Dialog untereinander. Was sehr deutlich wurde ist, dass eine Stimme in dieser munteren Runde fast gänzlich fehlt: Die Stimme des Fahrers selbst! Der “Druck von unten”.

Denn durch die Vorgehensweise vieler Fahrer, entsteht auch ein komplett verzerrtes Bild über die Arbeit der Vertretungen im Allgemeinen. Man(n)/Frau will sich nicht organisieren, akzeptieren, geschweige denn engagieren oder protestieren! Erwartet aber von allen Vertretungen die Umsetzung seiner Ziele und Forderungen am besten gleich und sofort, am liebsten gestern schon, und ohne eigenes Zutun!

Dieses Verhalten bleibt nicht verborgen. Einige Politiker wundern sich, die Wirtschaftslobby freut sich!

Wenn “Druck von unten” eine Maßnahme wäre, die man in Brüssel eben nicht mehr ignorieren könnte, wieso wird es den einzelnen Vertretungen so schwer gemacht, diesen Druck vorzubereiten und dann auch auszuüben?

Deutsch­land­weit und in ganz Europa steht die Transportbran­che mit dem Rücken zur Wand, und das nicht ohne Grund. Billigstar­bei­ter aus Ost­eu­ro­pa und Asien sind in in den Fahrerhäusern der Fernlaster längst keine Seltenheit mehr. Ihre Ar­beits­be­din­gun­gen und Löhne sind mi­se­ra­bel. So auch in den Betrieben der Globalplayer und Grosslogistiker: Die Firmen geben grosse Teile des Be­trie­bes in die Hände von Sub­un­ter­neh­mern, womit diese selbst nicht mehr die Ver­ant­wor­tung für die dort Be­schäf­tig­ten trägt. Die Ar­beits­be­din­gun­gen in die­sen Sub­un­ter­neh­men sind ver­hee­rend: 10-18 Stun­den-Schich­ten, mi­ni­ma­le Löhne, keine Ar­beits­ver­trä­ge und Kran­ken­ver­si­che­run­gen, man­gel­de Schutz­klei­dung, völ­li­ge Iso­la­ti­on von der Au­ßen­welt.

 

Täg­li­cher sozialer und Arbeitsdruck der Be­trof­fe­nen schaf­fen ein Sys­tem der Angst, aus dem sie sich meist selbst nicht mehr be­frei­en kön­nen. Der Gang zu einer Behörde oder zum Arzt wird schlichtweg un­ter­sagt indem die Betroffenen gar nicht erst in die Nähe Ihres Lebensmittelpunktes disponiert werden, eine soziale Ver­bin­dung zur „Au­ßen­welt“ und zur eigenen Familie wird somit nahezu un­mög­lich gemacht. Wer Pro­ble­me hat oder macht, wird ein­fach in einer Nacht- und Ne­bel­ak­ti­on gefeuert und in einem fremden Land oftmals allein gelassen. Dies schafft Angst und lähmt den Menschen sich für seine Rechte einzusetzen. Solidarisiert Euch und ihr werdet merken “Solidarisierung wirkt wie eine Waffe!”

 

 

-Un­mensch­li­che Sozialver­hält­nis­se

 

Nicht nur die Ar­beits­be­din­gun­gen, auch die Wohn­ver­hält­nis­se der Fahrer sind men­schen­un­wür­dig. Das Fahrerhaus eines LKW scheint hier noch luxuriös im Vergleich zu den kleinen Spatzennestern auf den Dächern der Heerscharen der Kurier und Sprinterfahrzeuge. Es gibt bis heute keine Anzeichen füe eine Verbesserung seitens der EU  zu den Missver­hält­nis­sen. Soziale Isolation und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, da sind Kon­flik­te ab­seh­bar und vor­pro­gram­miert. Ebenso kann man hier klar von verkehrssicherheits bedenklichen Zuständen sprechen.

 

-Aus­blei­ben­de Harmonisierung

 

Der LKW ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden, so dass seine lebenswichtige Bedeutung und die enorme Wichtigkeit im EU-Binnenmarkt, von den Verantwortlichen der Politik im gerechten Wettbewerb, nicht mehr bewusst registriert wird. Ganz bewusst ist ER von der verladenden Wirtschaft bzw. Industrie auf einen leistungsbezogenen und gewinnorientierten Bedarf ausgelegt und gefördert worden – nur den LKW-Fahrer, der als Fernfahrer ständig in ganz Europa unterwegs ist, hat man dabei bisher vergessen.

 

 

-Wei­ter­hin pre­kä­re Ar­beits­ver­hält­nis­se

 

Arbeitsplätze, Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Energiesicherheit. Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sagte, damit werde sich entscheiden, welchen Platz Europa in der Welt einnehme. Damit ist aber doch klar erwiesen, dass das Soziale und Gerechte in der EU, wie das ab 1961 eigentlich gültige Koalitions- oder Vereinigungsrecht und das Recht auf Kollektivverhandlungen, einen unbedeutenden Platz in der Agenda vom „Rat“ einnimmt, denn auch die 1996 revidierte Fassung der Europäischen Sozialcharta (ESC), wurde zwar u.a. von Deutschland unterzeichnet, aber nicht ratifiziert,

obwohl es Bestanteil der GrundrechtCharta (GrCh) ist. Genau hier bröckelt die Glaubwürdigkeit der deutschen und der EU-Politik, da immer nur die globale Wirtschaft in den Vordergrund gestellt wird. Ursprünglich sollten die arbeitsrechtlichen Vorschriften der EU verhindern, dass es durch die Schaffung des EU-Binnenmarktes eine Verschlechterung der Arbeitsnormen gibt oder den Wettbewerb verzerrt…

Au­ßer­dem wurde uns be­rich­tet, dass noch immer viel zu lange Schich­ten ohne jegliche Kontrollen und Sanktionen gemacht wer­den und dass wei­ter­hin du­bio­se Leihverträge und Verbringung der Fahrer quer durch Europa mit Reisbussen Normalität ist.

 

 

-Un­se­re For­de­run­gen:

-Wir for­den, dass die Arbeitsbe­din­gun­gen ra­di­kal ver­bes­sert wer­den – Arbeit muss men­schen­wür­dig sein.

 

-Wir for­dern eine un­ver­züg­li­che Harmonisierung des EU weiten Wettbewerbs. – Au­ßer­dem for­dern wir nach­voll­zieh­ba­re Maut und Steuerabgaben in den je­wei­li­gen Län­dern.

 

-Wir for­dern die 28 Regierungen der EU und das Brüsseler Parlament auf, die Aus­beu­tung der ost- und süd­eu­ro­päi­schen Men­schen, die in ihre oftmals aussichtlosen Lage erpressbar sind, zu be­en­den und sie zu­kün­fitg mit fes­ten Ar­beits­ver­trä­gen mit ta­rif­li­cher und so­zia­ler Ab­si­che­rung nach hier gül­ti­gem Ar­beits­recht zu be­schäf­ti­gen. Ein 3-Klas­sen-Sys­tem innerhalb Europas aus Fest­an­ge­stell­ten, Lei­h­ar­bei­ter und Werk­ver­trags­be­schäf­tig­ten ist nicht länger  zu to­le­rie­ren.

 

Hier stehen aktuell 2,5 Millionen, einstmals gut bezahlte und gesellschaftlich geachtete Arbeitsplätze in der Transport u.- Logistikbranche auf dem Spiel. Wir alle zusammen sind nicht nur die Versorger der Nation, sondern Menschen und Bürger mit Ängsten und Nöten, die eine gewaltige demokratische Macht darstellen können.

Mit der Actie in de Transport Germany machen wir auf Missstände und Gefahren aufmerksam – auch, indem wir sie sehr deutlich beim Namen nennen. Aber nur wir gemeinsam können wieder mehr Einfluss auf unsere Volksvertreter und ihre Entscheidungen bekommen.Tragt Eure Wut, Euren Zorn und Euren Frust gemeinsam auf die Straße. Vergrabt euch nicht in euren kuscheligen multimedialen Wohnhöhlen, denn dort werdet ihr nicht gesehen und nicht gehört. Oder macht es euch Freude permanent fremdbestimmt zu werden? Wir müssen jetzt Flagge zeigen, sonst sind wir bald auch dieses Rechtes beraubt.

 

Udo Skoppeck

1. Vorsitzender A.i.d.t. e.V.

V.i.S.d.P. Actie in de Transport Germany

www.a-i-d-t.de

Teilen mit