Mein ganz persönlicher BlogEintrag über 3 Jahre Actie

Das ist keineswegs persönlich gemeint, denn jeder ist in der Lage außergewöhnliche Dinge zu tun, jeder auf seine eigene Art. Wir sind alle verschieden und es ist wirklich egal, ob man einfache Dinge mit guter Laune macht oder sich auf die Details konzentriert. Wichtig ist, was du wirklich willst und bewerkstelligen kannst. Dazu bedarf es aber natürlich einer ehrlichen selbstkritischen Betrachtung. Es muss doch noch etwas geben, das uns viel wichtiger im Leben ist als sich ständig aneinander aufzureiben: vielleicht ist es eine zwischenmenschliche Beziehung, vielleicht Träume aus unserer Kindheit, vielleicht der gemeinsame Beruf als Basis … Dein Streben sollte die Liebe zu deiner Familie, die Liebe zu deiner Frau/deinem Mann, die Liebe zu deinen Nächsten sein. Nicht die Feindschaft ist das Ziel, sondern das GEMEINSAM!

nachdenklich ..... aber hoch motiviert
nachdenklich ….. aber hoch motiviert

Ein guter Freund erzählte mir kurz vor Weihnachten diese folgenden Gedanken, wodurch ich mich zu dieser ersten Bilanz über meine Aktivitäten veranlasst fühlte.

Jörg: „Man schrieb das Jahr 2013. 26 Jahre fuhr ich zu diesem Zeitpunkt bereits LKW, im Nah- und Fernverkehr. Beobachtete wie unser Berufsstand immer mehr in den Dreck gezogen wurde. Ich glaubte nicht mehr daran, dass sich irgendetwas ändern würde, hoffte nur noch, dass ich diesen Beruf noch weiter ausüben konnte, da ich ihn, nach wie vor mit Leidenschaft betreibe. Dann erzählte mir Udo von einer Idee, einer Gruppe die sich Actie in de Transport nannte. Die Idee war gut, aber sollte es möglich sein, Fahrer wieder unter einen Hut zu bekommen, die systematisch in den letzten Jahren auseinanderdividiert worden sind? Ich hörte mir, immer noch zweifelnd, die Idee und die Strategie an. Es folgte die erste Demo in Berlin, ein Erfolg stellte sich ein, ein paar Hundert Leute, die tatsächlich einem gemeinsamen Gedanken folgten. Die Demo in Lübeck, der Kampf gegen das Lohndumping der Fa. Dinotrans, sie hatten regelrecht „Angst“. Räumten ihren Hof leer, waren zu keiner Stellungnahme bereit. Es folgten interessante Gespräche, lernte nette Leute kennen, die tatsächlich den gleichen Gedanken hatten. Man merkte, man war ja doch nicht alleine. Ideen wurden aufgenommen, Petitionen wurden geschrieben, weitere Demos folgten, die Politik wurde aufmerksam auf uns. Du bist ja doch mehr, als nur ein einfacher Fahrer, das Bild, das gerade die Politik jahrelang über uns aufgestellt hat. Der Gang in die Politik folgte, ein paar ,,einfache” Kraftfahrer im Gespräch mit Größen der Politik, vor Jahren undenkbar… Leider kam mit dem Erfolg, wie im wahren Leben, auch die Missgunst. Einige Leute stellten leider ihr Ego über die Sache, anstatt mit einer großen Gruppe etwas Großes zu bewegen, aber zumindest jetzt sind die Richtigen da, die Ehrlichen, mit denen ich weiter etwas bewegen möchte. Leider gibt es immer noch sehr viele Zweifler, so wie ich, vor fast drei Jahren, aber wenn wir es schaffen noch einige zu überzeugen, sind wir eine starke Gruppe. Denn NUR Gemeinsam sind wir stark!!!!!! Lasst uns so weiter machen, und wir werden weiter etwas bewegen…“

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Das Bild der Actie hat sich im Lauf der Zeit doch ein wenig verzerrt, teilweise hat sich aber nur der Blick darauf verzerrt, denn das ursprüngliche Konzept hat immer noch Gültigkeit.

Fortsetzung [edit 20.2.16 um 6:30]

So oder so ähnlich könnten sie beginnen, die Memoiren der „Actie in de Transport Germany“. Wie dieses Buch, das Buch der Fahrerproteste weitergeschrieben wird, liegt maßgeblich an jedem einzelnen Fahrer (siehe Eingangszitat). Fast drei Jahre gibt es die Actie nun schon, Zeit zu resümieren. Berlin 2013. Der erste Paukenschlag! Fernfahrer, Trucker, DVZ, Verkehrsrundschau, sogar N-TV waren in Berlin und berichteten über unseren Protest. Wir waren stolz wie Bolle, wir waren ein verdammter, eingeschweißter, gemeinsamer und vor allem zusammengewürfelter Sauhaufen von Fahrern die jetzt richtig die Straße (Politik) rocken wollten. Schlappy Mina Mutig, Tina Niieda, Mandy Meschke,Wolfgang Schiffers, Klaus Dieter Gleisberg, Dietmar Wollhöwer, Katja und Michael, Winni, Fabian, DoppelD, Mike, Jürgen, Karsten und Sabine,Marc Vos, Arjan Abbink, Joop van Rooy, Renate Holzförster, Ingo und Sylvia, Horst, Erich, Norbert, ….. oh mein Gott, mir fallen nicht mehr alle Namen ein, ich glaube es waren zu viele in der langen Zeit, mein Alter. Ich werde am Ende noch alle Actie-visten nennen und hoffe niemanden zu vergessen.

Es folgte Demo auf Demo und immer wieder diese Infotreffen, ein paar Flashmobs und andere kleine Aktionen. Auch unsere Weihnachtsaktion ist unter diesen Vorzeichen als Gemeinschaftswerk entstanden.
Von Anfang an waren noch zwei weitere sehr wichtige Menschen mit von der Partie. Zum einen war es Jan Bergrath, der unermüdlich seit der ersten Berlin Demo über all unsere Aktivitäten berichtete und uns so manche Tür öffnete. Als zweites kommt Andre Sahorn vom ET-Radio dazu. Er kämpfte mit uns Schulter an Schulter, er berichtete in seinem Radio und begleitete uns sogar nach Straßburg um die Petition zu übereichen. Leider dankten die Fahrer sein Engagement nicht in gebührender Weise um ihm das zurück zu geben was er verdient hätte.

MENSCH — wir waren endlich wer, zumindest war das Gefühl so als ob. Kollegialität schien sich breit zu machen. Hoffnung keimte auf. Es kam endlich Bewegung in den Sektor. Man müsse unbedingt die Politik erreichen, dafür bräuchte man aber auch die Presse, Radio, Fernsehen und Internet. Klar, wir gaben alle alles um diese Ziele zu erreichen. Es war ein unglaubliches WIR Gefühl entstanden. Wir brauchen Banner, Flyer, Infotreffen ….. wir müssen an die Öffentlichkeit, wir benötigen unsere Chefs, damit wir auch ernst genommen werden. Was ist eigentlich mit einem tragfähigem Konzept? Klaro, haben wir doch, dank der Erlaubnis des KCD. Ingo und Horst hatten bereits den sog. 5-Punkte-Plan. Den durften wir übernehmen und konnten da herum unser Konzept aufbauen. Wir müssten es nur den Fahrern erklären, dann kommen sie alle und unterstützen uns. So oder so ähnlich ging es am Anfang. Schnell wurden wir über 8500 Mitglieder bei Facebook in der Gruppe.

Nun mussten auf vielfachen Wunsch und Vorschlag dringend regionale Gruppen und Dependancen gegründet werden, sogar der Wunsch nach Stadtgruppen wurde geäußert, denn viele wollten unbedingt Verantwortung übernehmen, aber wie sich herausstellte nicht die Aufgaben, die damit verbunden waren. Wir waren dabei uns in einem System zu verlieren welches wir doch bekämpfen wollten. Gruppen > Untergruppen > Orgagruppen > Labergruppen   = Sub-Sub-Sub-System. Wir legten uns miteinander an, anstatt gemeinsam das Ziel zu verfolgen. Die Gedanken schienen sich immer mehr darauf zu konzentrieren wie sich jeder Einzelne in eine vermeintlich bessere Position rücken könnte.


Rückblick Actie, Claudia sieht das ganze etwas differenzierter als ich, aber lest selbst:

Claudia: „Ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, als Udo mir die Nachricht von der Gründung der Actie in Holland erzählte, er war direkt Feuer und Flamme und gründete einen deutschen Ableger. Ob ich da schon wusste, was auf mich zukam – nein natürlich nicht, sonst hätte ich vielleicht auch direkt dagegen gearbeitet. Schon längere Zeit versuchte Udo die Fahrer unter einen Hut zu bekommen in diversen anderen Gruppen. Jedenfalls stand relativ schnell die erste Demo in Berlin auf dem Plan. Ich war ganz schön aufgeregt, ich hatte vorher noch nie an einer Demo teilgenommen. Mein Chef sagte damals noch zu mir, ich solle aufpassen, dass ich nicht verhaftet werde. Mit Tochter im Gepäck sind wir also nach Berlin, es war schon ein wirklich tolles Erlebnis. Waren zwar nicht so viele Lkw dabei, aber das war ja auch nicht erlaubt, aber die vielen Menschen, die Zuschauer in den Fenstern und auf der Straße, das verursachte schon ein Kribbeln im Bauch. Gut dass Jessy-Lee mit dabei war, sonst wäre ich oft alleine über die Straßen gelaufen. Udo war wie ein Hüpfer überall unterwegs. So aufgeregt habe ich ihn noch nie vorher gesehen. Und seine erste Rede …… stundenlang hatten wir zusammen im Auto geübt und trotzdem. Jessy-Lee und mir wurden auch noch ein paar private Stunden in Berlin zugesagt, aber davon war später keine Rede mir. Nach der Demo das Zusammensein mit den anderen Aktivisten und das erste private Kennen lernen von neuen Leuten, das war plötzlich ganz normal. Und bei allen anderen Demos lief es nicht anders ab. Später habe ich Udo erst gar nicht geglaubt, wenn er sagte, wir haben auch noch Zeit für andere Dinge. Und ich war immer froh, wenn noch jemand anderes aus dem Familien- oder Freundeskreis mit zur Demo kamen, da Udo ja immer überall war. Manche Leute mochte ich auf Anhieb, manche musste man erst etwas genauer kennen lernen. Und leider haben mich manche Leute auch ziemlich enttäuscht. Es sind Freundschaften entstanden, die ich sonst nie geschlossen hätte. Am Anfang musste ich oft für Udos schriftliche Ergüsse herhalten, wie oft hat er angerufen und gefragt, kannst du mal eben……….. Aber dann war ja schnell Katja da, die diesen Part für mich übernommen hat, wofür ich sehr dankbar bin. Manchmal habe ich die Actie fast als Konkurrentin gesehen, so viel Zeit wie diese Gruppe beanspruchte. Selbst am Wochenende klingelte das Telefon teilweise rund um die Uhr. Manchmal habe ich mir überlegt, Udo die Pistole auf die Brust zu setzen, damit er wählt, aber ich war auch stolz darauf, ein Teil dieser Gruppe zu sein. Und irgendwie haben wir den Weg zwischen Privatem und Gruppe geschafft. Am meisten hat mich allerdings die Nufam beeindruckt. Eigentlich hatte ich nicht so richtig viel Lust, ich dachte doch allen Ernstes, ich würde mich langweilen. Aber so einen tollen Zusammenhalt, so viel Spaß habe ich selten erlebt. Ehrlich, ich war zum Schluss richtig traurig, dass die Messe zu Ende war.“

Natürlich weiß ich, dass ich meiner Frau und meinen Freunden sowie meinen Familienmitgliedern viel abverlange. Sie brauchen schon sehr viel Nachsicht und Geduld um mit meinen Ideen und Aktivitäten klar zu kommen.


Fortsetzung [edit 21.2.16 um 17:30]

Aber das Zerwürfnis begann bereits nach der ersten Euphorie, denn plötzlich hatte wieder genau wie vorher jeder seine eigene Idee vom richtigen Vorgehen in die Zukunft. Und so kam es wie es kommen musste, nach jeder Aktion verließen uns Mitstreiter, weil ihre Idee nicht die an erster Stelle war, weil der Kompromiss nicht gut genug war, weil plötzlich der Weg, den ich eingeschlagen hatte, nicht mehr der ihre war. KFG, KCD, Ver.Di, andere Fahrergruppen, ETF usw., alle wollten sie gerne Ihre Priorität an erster Stelle sehen, der Weg der Gemeinsamkeit schien ein schwieriger zu sein. Dabei war es doch so einfach und offensichtlich ……………… marschieren und Hupen und Schreiben und telefonieren und schreiben und —— und alles wird sich mit etwas Geduld finden und fügen. Berlin, Köln, Lübeck, Dortmund, Aschaffenburg, Dresden, (nochmal Berlin), Mannheim und wieder Köln, es lief wie von selbst und es ging Schritt für Schritt nach vorne. Dennoch liefen sich die Demos tot. Auch weil immer weniger Fahrer bereit waren, die Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen, die Familie nicht mitzog etc. pp. Aber die Demos haben trotzdem ihren Zweck erfüllt, man wurde auf die Fahrerschaft aufmerksam, auch wenn die mediale Welt sich nur begrenzt um uns scherte. Wir waren da angekommen, wo wir von Anfang an hinstrebten: in der Politik! Jan, Jutta, Ismail, Andre, Udo, Kirsten, so kamen sie allmählich zu uns, und mit jedem Meter in die Politik verließen uns die Mitstreiter, plötzlich war ich käuflich geworden, so der Vorwurf, plötzlich war der Verein illegal entstanden, von ca. 400 Möchtegernmitgliedern sind nur 60 zu ihrem Wort gestanden , plötzlich waren die Forderungen die falschen und der Weg sowieso ganz falsch und die Führungsriege überhaupt das schlechteste was der Actie passieren konnte. Ich hab mich offen, ehrlich und standhaft dagegen verwehrt, die mir vertrauten Menschen anzugreifen bzw. angreifen zu lassen, was wiederum zu noch mehr Abtrünnigen und Kritikern führte, aber keine Sekunde bereue ich eine meiner Entscheidungen, denn die wahrhaft und ernsthaften Kämpfer (und mittlerweile auch Freunde) befinden sich noch immer an meiner Seite. Vieles ist passiert seit Beginn dieser Bewegung, der Gruppe, dieses Weges. Auch in mir. Viele Einblicke konnte ich gewinnen, sowohl in die Mühlenräder der Politik als auch in die menschliche Natur.

Da wird mir z.B. in einem Satz Korruption vorgeworfen und gleichzeitig Respekt gezollt, man wird ermutigt, man mache alles richtig, aber der „Führungsstil“ wäre dann doch unter aller Sau (dabei wollte ich nie „führen“ , sondern nur einen möglichen Weg aufzeigen), da hört man „ihr müsstet, ihr solltet, ihr könntet, ihr hättet besser…“, ich solle loben, ich solle hervorheben, ich solle mich nicht in den Vordergrund stellen, ich solle mich nicht mit fremden Federn schmücken……. Jedoch habe ich zu keinem Zeitpunkt versucht jemanden daran zu hindern, seine eigene Idee in die Tat umzusetzen. Nur im Namen der Actie sollte es auch dem Ziel der Actie geschuldet sein.

Versuche der, ich nenne sie „die Abtrünnigen“, eigene Wege zu gehen wurden immer wieder gerne bei Misserfolg oder unerwünschten Schwierigkeiten der Actie und deren Köpfen zugeschustert, vielleicht stimmt das sogar auch aus deren Blickwinkel, aber niemals wurde sabotiert oder schlechtgeredet. Sich lediglich „Nichteinsetzen“ und das „Nicht-Bewerben“ ist für die Organisatoren der Veranstaltungen offenbar Grund genug von Sabotage und Boykott zu reden und man ist dankbar, somit einen Schuldigen für eigenes Versagen gefunden zu haben ……

Eigene Vorstellungen durchzusetzen wurde zwischenzeitlich das wichtigste Ziel einiger, ungeachtet dessen, ob diese sich mit den meinen decken, ob sie zu dem bisher eingeschlagenen Weg passen. In vielen Fällen habe ich nachgegeben, in vielen aber auch nicht, was mir als Sturheit, Selbstherrlichkeit, Arroganz und Egoismus ausgelegt wurde, oder auch als mangelnde Führungsstärke. Dabei habe ich einfach nur niemals meinen Weg verlassen. Aber ich habe auch niemals jemanden gehindert, seinen eigenen Weg zu gehen, der ja ruhig parallel (oder auch nicht) zu dem meinigen laufen konnte, das Ziel ist das Selbe, die Wege können unterschiedlichste Richtungen haben. Aber meinen Weg verlassen werde ich dennoch nicht! Ob er falsch oder richtig ist/war, wird die Zukunft zeigen, dennoch… das ist mein Weg, den ich gehen muss ……


 Eine wirklich lieb gewonnene (weibliche Freundin) , die gute Seele im Team, schrieb mir auch ein paar Zeilen, das ganze scheint hier nun zu einer psychischen Charakterisierung meiner Person zu werden, aber ich möchte das alles unbedingt schriftlich festhalten. Und ich freue mich natürlich, dass ich Feedback erhalte.

Katja: „Curiosity kills the cat… Mein Engagement in der Actie ist eher zufällig entstanden, eigentlich eher einer (fälschlicherweise!) Frauen zugeschriebenen Eigenschaft gezollt: Neugier… Nachdem mein Mann tagelang nicht mehr vom Laptop wegkam und laut schimpfend in Facebook zugange war, wollte ich doch mal wissen, was der da so treibt. Erster Fehler ;)

Er erklärte mir kurz, dass es da eine neue Gruppe gäbe, von einem Fahrer gegründet, der sich auf die Fahne geschrieben hatte was zu ändern in der Transportwelt, er berichtete mir von den Philippinos in Lübeck und der Actie NL. Da mir aufgrund meines eigenen Jobs die Branche ja nun auch nicht ganz fremd ist, fand ich das auch ganz gut und dachte mir: macht mal… schließlich leben wir ja auch zur Hälfte von seinem Job. So ging‘s eigentlich los. Die Actie entwickelte sich weiter, es wurde klar, dass die Fahrer irgendetwas vorweisen mussten, irgendetwas in der Hand haben mussten, einen Forderungskatalog oder irgendetwas in dieser Art… Es folgte der zweite Fehler ;) „Ich bin ja Tippse, ich kann ja evtl. … unter Umständen…. mal… was zusammenstellen…„ ZACK, hatte ich einen Typen namens Udo S. am Telefon, oh prima, ich schick Dir mal was zu… Es ergoss sich eine Flut an Schriftstücken, gesammelten Stimmen aus der Gruppe, Gedankenfetzen, Statistiken etc. über mich, HILFE :D ;) Stundenlange Telefonate haben wir geführt (ok, ist mit Udo nichts besonderes ;) ), anfangs fast täglich. Aus diesen ganzen Sachen entstand das erste „Konzept“, was ja noch eher eine Auflistung der Missstände war. Und nach und nach wurde daraus mehr, die ersten Flyer entstanden, Plakate, Briefe, Filmchen. Anfangs wollte ich meinen Namen da eigentlich ganz raushalten, schließlich hatte ich ja nur „bedingt“ mit der Sache zu tun, das war aber wie sich im Nachhinein herausstellte, ein Fehler. Denn irgendwann wurden bei Diskussionen immer wieder die Stimmen laut, was will DIE denn, die hat doch gar nichts mit der Actie zu tun. Doch hatte sie, aber im „Untergrund“, als „Ghostwriter“ oder wie auch immer man das nennen mag. Aber genau in dieser Zeit ist mir die Sache ans Herz gewachsen, ist zu „meiner“ Sache geworden. Die mir nicht immer Spaß gemacht hat, sondern mir auch echt an die Substanz ging (warum mach ich das denn hier überhaupt, ich fahre nicht, mein Job ist gut bezahlt, warum lasse ich mich also als Mensch niedertrampeln, von Menschen, denen das Ziel, der Kampf um die Fahrerjobs, eigentlich wichtiger sein müsste als mir…), die mir aber auch viele liebe Menschen beschert hat und auch so einige wenige Freunde und Vertraute, die ich nicht mehr missen möchte im Leben. Und auch für die habe ich durchgehalten. Die ersten Versuche, die lauthals geforderte Struktur oder Hierarchie oder wie auch immer umzusetzen sind alle gescheitert, die Gründe sind mannigfaltig. Das größte Hindernis im „Kampf gegen das System“ ist das menschliche Ego. Die Hierarchie wurde wichtiger als das Ziel. Deshalb kam wohl auch was kommen musste: der große Cut und der Neubeginn mit einer neuen Gruppe. Es lief auch hier anfangs nicht ganz rund und das tut es bis heute nicht. Aber im Laufe der Zeit stumpft man ab und erwartet wohl auch weniger von den Menschen. Der „Werdegang“ ist oftmals der gleiche. Einige haben mich persönlich bitterlich enttäuscht, die Bandbreite geht über bewusstes Lügen und Fingieren bis hin zu temporärer Amnesie. Aber so what, Shit happens, Haken drunter und auf das Wesentliche besinnen. Bei mir persönlich kam die Arbeit als Schriftführer dazu, worauf ich mich dann auch hauptsächlich konzentrierte. Denn so toll die Social Medias auch sind, um Infos zu verbreiten, um Gleichgesinnte zu finden und um in Verbindung zu bleiben, es wurde immer klarer, dass wir „raus“ müssen aus Virtual City, „raus“ in „Real Life“. Nur so konnte der Verein (auch dank Udos Sturheit und Hartnäckigkeit) z. B. auch auf der NUFAM ausstellen… Ja, die NUFAM, mein persönliches Highlight des Vereines, aber auch das, was mich am meisten Kraft gekostet hat. Die Vorbereitungen waren schon Hardcore… Danach war auch ein bisschen die Luft raus und ich habe mich bewusst etwas zurückgezogen. Aber ich muss euch enttäuschen ;) Ich bin immer noch da und mache weiter, denn die Geschichte der Actie und des Vereines ist noch lange nicht zu Ende geschrieben… und dafür braucht man schließlich ne Tippse.


Nun kreuzte ein neuer unerwarteter Aktivist meinen eingeschlagenen Weg. Er nannte sich Gregor. Er war mir schon längst vertraut, aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Ich hatte bereits mit viel Interesse seine Wikipedia Seite ElKaWe gelesen und sogar einige Zitate von dort verwendet. Dieses Wikipedia, ich sage euch, das ist ein unerschöpflicher Wissensquell. Nun hatte ich also plötzlich den Schöpfer dieses Machwerks am Ohr. Wir lernten uns kennen, und er gab mir so dermaßen viel Input, dass ich zeitweise nicht mehr wusste wo mir der Kopf steht. Aber Gregor war für mich und unsere Bewegung ein echter Glücksfall, denn nun konnte ich mit 7-Meilen-Stiefeln alle meine Lücken und auch die Fehler in unserem Konzept ausmerzen.

Dadurch sind wir erheblich schneller da angekommen, wo die Probleme der Fahrer gehört werden müssen. Ob unsere Unterstützer in der Politik oder die Lobbyisten die Oberhand gewinnen, liegt zunächst nicht mehr in unserer Macht. Vielleicht werden auch wieder Demos notwendig, um unserer ernsten Absicht Ausdruck zu verleihen, vielleicht müssen wir wieder auf die Straße gehen. Aber wird man es dann verstehen, dass es scheißegal ist wer wann was zu wem gesagt hat, wenn es darum geht, denen da oben Feuer unterm Arsch zu machen? Gemeinsam? Für unsere Zukunft? Das ist mein Weg, den ich gehen muss, und ich lasse mir die Freiheit nicht nehmen, diesen Weg so zu gehen, wie ich ihn für richtig halte. Alles andere wäre Selbstbetrug. Viele für mich wertvoll gewordene Menschen und die unterschiedlichsten Charaktere haben mich auf diesem Weg vorangebracht, jeder auf seine eigene Weise, sowohl positive als auch negative Lehren habe ich auf diesem Weg gezogen. Dafür gebührt jedem einzelnen von euch Dank! Denn ihr habt, egal auf welche Weise, die Actie und auch mich dahin gebracht, wo wir heute stehen… Deswegen bitte ich vor allem auch meine Kritiker, lasst nicht nach darin mir in Facebook oder sonstwo eure Meinung zu verkünden. Macht mich fertig auf welche Weise auch immer es euch genehm ist, ich werde alles was mir zu Ohren kommt ernst nehmen und in weitere Planungen einbeziehen, ob`s euch nun gefällt oder nicht, es steht euch frei im Notfall dagegen zu halten, denn die bloße üble Nachrede via Facebook und Co. wird mich in meinem Tun nicht aufhalten, mein Fell ist dicker als eures.


 Fortsetzung [edit 22.2.16 um 18:00]

Nachtrag: Jeder anders eingeschlagene Weg ist gut und legitim, geht euren Weg, wenn ihr den meinen nicht mitgehen könnt/möchtet, kein Problem. Keinem wird daraus ein Vorwurf gemacht. Lasst aber auch mir die Freiheit, den von mir eingeschlagenen Weg weiterzugehen, dazu bedarf es keiner Häme und keinem Nachtreten. Neid, Heuchelei, Unehrlichkeit, mangelnde Kollegialität, Respekt, Gemeinsamkeit. Das ist aber kein Problem, denn Fehler habe ich ja unbestritten gemacht, das was eigentlich schmerzt ist, dass die Abtrünnigen niemals Ruhe geben, geschweige denn eine meiner Entschuldigungen akzeptieren können, also ich meine damit das sie nicht verzeihen sondern immer schön weiter. Aber wo sind die Entschuldigungen von denen die das von mir fordern? Fehlanzeige!!! Am Telefon Besprochenes hat plötzlich keine Gültigkeit mehr. Das Wort was manch einer gibt war am Ende dann nur eine Worthülse ohne Inhalt.

du bist 4

OK! Ihr Ritter der Kokosnuss, die ihr auf der Suche nach dem heiligen Gral unserer Branche seid. Ich will es mal so sagen, da war Ich  plötzlich und völlig unerwartet an der Spitze der Bewegung. Habt ihr denn wirklich vergessen wie alles begann, mit Mark Vos und der Actie? Mit den Phillipinos? Habt ihr wirklich vergessen was der Weg und das Ziel vom Anfang an war? DEMOs gegen die Zustände um politisches Gehör zu bekommen, das sollte es sein, und ich wurde plötzlich zum Sprecher, der ich niemals sein wollte, aber es war sonst auch keiner da und bereit diesen Part zu übernehmen. Also dachte ich mir ok, mach mal und schau mal wie weit man kommt. Ich habe kein Problem mit dem Shitstorm über mich und die Actie, das Problem habt offensichtlich Ihr, die hier keine Ruhe mit Abrechnungen geben können. Diese ganze Bewegung war “FÜR UNS”, nicht für mich. Diese “UNS” ” WIR” ist irgendwo auf der Strecke geblieben weil ich Fehler gemacht habe , na und, scheiss drauf, habe ich jemals behauptet ich sei der Macher? Nein, das wurde mir angedichtet, na und scheiss drauf. Ich bin noch immer in der Spur und arbeite am Erfolg der Mission, ihr seid gegangen, na und scheiss drauf. Das Auseinanderdriften von Medienwirklichkeit (socialMedia usw.) und der Realität ist nun offenbar soweit fortgeschritten, dass hier nur noch die eigenen kleine Erinnerungswelt zählt, aber das grosse ganze keine Bedeutung mehr hat. Längst ist fast jeder wieder zurück unter seinen ursprünglichen Stein gekrochen, bis auf ein paar Ausnahmen, die immer und immer wieder weiter machen.

love aidt Logo

Ich sage es gerne nochmal in aller Deutlichkeit:

Ich habe Fehler gemacht und ich werde auch künftig Fehler machen, aber ich stehe dazu weil ich Mensch bin, ich nicht käuflich bin und trotzdem das Ziel niemals aus den Augen verliere. Das waren auch die Eigenschaften, die die meisten Gruppenmitglieder mir damals am Anfang zugute gehalten haben, darum war ich der Kopf der Bewegung und darum sollte ein Verein mit mir an der Spitze gegründet werden. Ich lerne immer noch dazu, auch dank eurer Postings und Kritik.

Ich habe ein paar Freunde gefragt, was denn nun falsch läuft, was muss ich ändern damit die Fahrer begreifen, dass sie für ihr verbrieftes Recht auch selber kämpfen. Was kann ich/wir überhaupt daran ändern? Ich wollte eigentlich ein paar kritische Anmerkungen zu meinem Handeln um mich vielleicht weiter verbessern zu können. Die B riefe oben und unten hier im Text sind bei der Beantwortung meiner Fragen heraus gekommen. Es hat ein wenig den Anflug von Charakter-Selbst-Darstellung. Aber egal, ich habe ja extra meine Freunde gefragt.

Wenn ihr also schon bis hierher gelesen habt, dann möchte ich Euch ernsthaft bitten mir zu helfen. Wer also bis hier gelesen hat, auch die die sich nicht zu meinen Freunden zählen, hat vermutlich ein ernstgemeintes Interesse am Erhalt des deutschen Transportsektors. Meine Bitte lautet nun an diejenigen, mir ernstgemeinte Kritik und Vorschläge an den Kopf zu knallen, damit ich mich verbessern kann und gemachte Fehler korrigieren kann. Aber bitte bedenkt, dass es nicht um persönliche Kleinigkeiten geht sondern um das gesamte Paket der Branche.


Kati (noch ne Frau, die 3te im Bunde, die mir ein paar Zeilen geschrieben hat) ist noch gar nicht so lange dabei aber auch sie nahm sich Zeit mir zu antworten, und sie ist verdammt gut im analysieren, aber lest selbst:

Kati: „Es gibt Menschen, denen eilt ein Ruf voraus…

Zwei Jahre ist es nun oder schon her, das ich Udo das erste Mal getroffen habe. An jenem denkwürdigen Tag haben wir uns gemeinsam mit einigen der heutigen A.i.d.T. Mitglieder getroffen um einen weiteren Verein zu gründen, der sich ausschließlich dem Thema widmen sollte Verkehrsteilnehmer zu informieren und den Umgang im Alltag aller Fahrzeuglenker erträglicher zu machen. Schon bei diesem Treffen konnte ich beobachten, wie gestandene Berufskraftfahrer, Männer mit für das Geschlecht untypisch vielen Buchstabenvorräten, ihre Gespräche sofort einstellten, sobald Udo das Wort ergriffen hat….und er hat viele, viele Worte….

Im Verlauf dieses Jahres „kämpften“ wir an eher unterschiedlichen Fronten. Ich im Verkehrsverein und Udo in der A.i.d.T. e.V. Klar gab es zahlreiche Überschneidungen, aber ich habe eher mehr von ihm gelesen und über ihn erzählt bekommen. Es dauerte noch mal ein Jahr, bis wir uns wieder über den Weg gelaufen sind. Eine Benefizveranstaltung eines befreundeten Vereins war der Auftakt zu einer völlig neuen Ebene. Zu diesem Zeitpunkt hat sich eine Verbindung ergeben, die sich fortan bedeutsam für unsere weitere gemeinsame Vereinsarbeit und im ganz privaten Bereich erweisen sollte. Ich bin die Frau an der Seite seines Freundes geworden und stand aber zunächst in dieser Rolle unter strenger Bewährung.

Leider war im Verlauf des Jahres auch in unserem Verkehrs-Verein die für die gesamte Branche der Spedition und Logistik typische Uneinigkeit zunehmend. Es gab kleinere bis mittlere Gefechte bei denen es um Macht und Meinung ging. Was mich zunehmend zerrieb, versetzte Udo fast in eine Art Schockstarre. Er musste zusehen, wie sein „Baby“ ihm verfremdet und aus den Händen gerissen wurde. Aus meiner persönlichen Unzufriedenheit mit der Entwicklung widmete ich mich mehr und mehr der wesentlich offensiveren und aktiveren Tätigkeit der A.i.d.T. e.V., zunächst in vielen Gesprächen bei Udo und Claudia zu Hause, oder bei gemeinsamen Unternehmungen. Ich muss gestehen, dass mich seine Art

  • zu erzählen, ohne zu langweilen
  • zu überzeugen, ohne zu bekehren
  • zu motivieren, ohne Druck auszuüben
  • zu erklären, ohne überheblich zu wirken

von dem Moment an zunehmend fasziniert hat.

Chronologisch rückblickend war die 2. Demo in Köln für mich ein erster wahrnehmbarer Stolperstein, den man Udo vor die Füße warf. Die von mir empfundene Gemeinsamkeit der „Aktivisten“ wich auch hier Profilierungsversuchen einzelner…

Ein Fotoshooting, initiiert von Jan Bergrath Redakteur beim„Fernfahrer“ auf dem Autohof „Köln Eifeltor“ und anschließendem Forum verschaffte Udo im Nachhinein den Durchbruch auf die politische Bühne. In Gesprächen mit Udo Schiefner konnte er dort von der Notwendigkeit gesetzlicher Änderungen überzeugen. Mir ist von diesem Tag noch eine von anderen nahezu unbemerkt verlaufende Begegnung in Erinnerung. Ein zufällig anwesender Spediteur, der durch relativ unsachliche Äußerungen die eh schon angeheizte Stimmung drohte vollends zu kippen, wurde von Udo bei Seite genommen und in einem sehr konstruktiv verlaufenden Einzelgespräch von unseren eigentlichen, auch im Unternehmersinne, Absichten in Kenntnis gesetzt und zur Ruhe gebracht.

Unser Besuch beim „Truck Grand Prix“ auf dem Nürburgring, bei dem Udo mit hochkarätigen Persönlichkeiten von Politik und Wirtschaft zu einem Diskussionsforum auf der Bühne beim „Fernfahrer“ eingeladen war, ist auch hier im Nachgang von Vereinsmitgliedern und Mitläufern nicht so gewertet worden, wie es dort in der allgemeinen Öffentlichkeit angekommen ist.

Im September konnten wir als erster Verein Deutschlands auf der „NUFAM“, Deutschlands zweitgrößte Nutzfahrzeugmesse, uns als Verein präsentieren und waren mit einem eigenen Stand vertreten.

Die Mitstreiter der Messe, obwohl nur eine Handvoll Menschen, gelang ein kleines Wunder.
Gelebte und gespürte Gemeinsamkeit, die zu einem Fundament der Freundschaft wuchs, verlieh uns von Stunde eins an, eine Euphorie, die sich unmittelbar auf all unsere Besucher übertrug.
Das clever gewählte Thema „Abstands-Kampagne“ präsentiert auf dem Heck eines knatschneuen Aufliegers mit neuer schwedischer Zugmaschine verfehlte seine Wirkung nicht. Abgesehen davon, dass das beeindruckende Gespann mit der auffälligen Werbung eh keiner übersehen konnte, waren alle Standmitarbeiter motiviert bis in die Haarspitzen ständig wie kleine Satelliten für Gespräche unterwegs. Daneben gab es eine beeindruckende Bühnenshow mit Live-Vorführungen, Filmvorträgen, Catering und Moderation. Man konnte tatsächlich meinen das sind alles Vollprofis aus dem Rampenlicht.

Im November war Udo in den Bundestag eingeladen um dort öffentlich unser Anliegen, längst überfällige Gesetzesänderungen für BKF, vorzutragen.

Den Abschluss dieses Jahres bildete unsere alljährliche „Weihnachtsaktion der A.i.d.T.e.V.“, bei der gestrandeten Fahrern mit kleinen teils selbst hergestellten Überraschungen und Gesprächen erfreut werden und ein klein wenig Abwechslung in das triste Rumstehen an den Feiertagen bringen sollte.

Wer ist das eigentlich, dieser Udo?

Hmm…

 

Man, Frau, kommt nicht umhin festzustellen– er ist schon ne Type.
Er kann gleichermaßen ein Frontliner, wie in sich gekehrt sein.
Schrill und schräg, aber genauso gradlinig und äußerst zielorientiert.
Sehr unterhaltsam und gesellig, aber ebenso zurückhaltend und ruhig.
Ein Förderer und Forderer.

Beeindruckend ist für mich immer wieder, mit zu erleben, wie er mit Anfeindungen ganz persönlicher Art umgeht. Wenn mir, als Teil seines Freundeskreises, und da nehme ich ganz bewusst die Verteidigungshaltung ein, schon lange die berühmte Hutschnur platzt, ob soviel Unverfrorenheit diverser Anschuldigungen, reagiert Udo absolut souverän und immer Herr der Buchstaben und Emotionen. Das legitimiert ihn aus meiner Sicht zu der von uns allen benötigten Frontfigur, einem Leader der es versteht trotz aller Höhen und Tiefen unbeirrbar und völlig uneigennützig sich für die Interessen von tausenden von Kollegen einzusetzen.

Nur, wenn man wie ich, die Möglichkeit hat, ein ganz klein wenig auch den ganz privaten Udo kennen zu dürfen, erhält man Kenntnis von seinen Gedanken, seinen Sorgen und manchmal auch Zweifeln des Udo.

Aber eins muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, Udo kann nur DER Udo sein, weil er ein perfekt funktionierendes Hinterland hat. Er hat eine wunderbare Frau an seiner Seite, die mir mittlerweile zu einer ganz lieben Freundin geworden ist. Sie managt das Familienleben, hält stets und ständig alle Fäden in der Hand und stellt ihre Interessen an Privatsphäre oftmals hinten an.“


Fortsetzung [edit 23.2.16 um 4:30]

Eine vollkommen ernst gemeinte Frage:
Was kann ich als Einzelner noch gegen die rasant verschlechterten Bedingungen im Sektor tun?

Wir waren in Berlin auf der Straße… usw.  Die Petition zur Wochenruhezeit habe ich verfasst und auch unterschrieben, viel Aufklärungsarbeit betrieben…und viele Menschen dazu gebracht, diese Petiton ebenfalls zu unterschreiben und zu teilen.. Die zweite Petition für die Belange aller BKF liegt in Brüssel, Beschwerde am BVerfG ist eingelegt. Was bleibt mir nun noch übrig als abzuwarten… Und dabei zuzuschauen wie gegen den Willen von vielen einfach entschieden wird?

Wenn noch mehr dagegen getan werden kann… Dann tue ich es… Aber dazu brauche ich Eure Unterstützung und Feedback. Aber was kann ich denn NOCH tun?

Nun, das bisherige Engagement war super. Wir haben Verbände, Behörden und Politik damit zumindest schon ein bißchen in Bedrängnis gebracht. Darum gilt jetzt: nicht aufgeben und weitermachen wie bisher. Das heißt vor allem: noch mehr Menschen überzeugen. Und auch die nächste Petition unterschreiben und wieder mit demonstrieren, wenn dazu aufgerufen wird. Und bei den nächsten Wahlen keine Politiker wählen, die Politik gegen die Interessen der BKF machen!

Ich kann nichtmal sagen warum ich mich überhaupt engagiere. Manchmal denke ich auch es sei völlig sinnlos gegen die globale Vernetzungzu kämpfen, aber dann macht sich wieder meine Liebe zu meinem Beruf bemerkbar und eine innere Stimme sagt mir, dass ich nicht aufgeben darf. Nichts ist sinnlos ausser nichts zu tun. Das politische schlechte Gewissen ist letztlich der engagierte Bürger, der seine Meinung kund tut. Manchmal plagen mich Zweifel und Ohnmacht breitet sich aus. Dann fühle ich mich der „Generation Frust und Ohnmacht“ verbunden. Aber aufgeben ist keine Option. Ich träume von einer Zukunft in der ein Junge zu seinem Vater sagt: „ Papa, ich werde LKW Fahrer!“ und der Vater mit gutem Gewissen antworten kann: „Sohnemann, das ist eine gute Wahl!“ (gilt natürlich genauso für das weibliche Geschlecht). Und nein, ich bin KEIN Traumtänzer.


 

Ein weiterer Freund schrieb mir die folgenden Zeilen, er wollte mich moralisch und mental aufbauen, und seine Zeilen schafften es tatsächlich mich aus einem Tief zu befreien.

Holger: „Ich habe seit 2009 zu Udo persönlichen Kontakt. Bei zahlreichen Telefonaten auf unseren nächtlichen Touren durch Deutschland haben wir unsere gemeinsame Sprache gefunden, wobei mir sicher alle die Udo auch kennen Recht geben werden, ich war derjenige, der weniger Buchstaben benutzen musste. Schnell war eine Idee geboren für die Berufskraftfahrer eine Interessengemeinschaft bei Facebook, FB steckte damals noch in den Kinderschuhen, zu gründen. Es entstand die Seite „ LKW Fahrer und Trucker“ die ausschließlich zum Liken war, und die es nebenbei bemerkt noch heute gibt. Ein knappes Jahr später entstand die Gruppe „LKW Fahrer und Trucker“. Diese Seite sollte neben Informationen auch einem geregelten Umfang an Unterhaltung bieten. Diese Seite erfreut sich noch heute großer Beliebtheit, wobei hier mittlerweile ein siebenköpfiges Admin-Team erforderlich ist, um verbale Entgleisungen zu kontrollieren.

Immer offensichtlicher wurde die Unzufriedenheit der Kollegen mit ihrem Job’s und Arbeitsbedingungen. Das war letzthin der Auslöser für erste Ideen sich politisch zu engagieren. Zunächst haben wir uns an der holländischen „Actie in de Transport“ orientiert und versucht das nach Deutschland zu übertragen. Im zweiten Schritt wurde dann von Udo, Michael, Katja, Mike, Claudia, Benjamin und mir 2013 der Verein „ A.i.D.T. e.V.“ „Allianz im deutschen Transport e.V.“ gegründet. Ein Novum in Deutschland. Ein Verein der sich für die Belange der fahrenden Zunft einsetzt.

Es gelang uns, mit Udo an der Spitze, Interessenten zu gewinnen, die uns nach und nach zur nötigen Bekanntheit verhalfen. Ein wichtiger Förderer Jan Bergrath, Jounalist u.a. beim „Fernfahrer“, stand von Beginn an als Ratgeber und Multiplikator zur Seite. Wichtige Meilensteine in der Entwicklung des Vereins waren der Verkehrssicherheitstag in Bad Dürkheim und die Abstandskampagne „ Keep Distance“.

Um unsere Ziele auch in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, haben wir beginnend in Berlin, danach Lübeck, Köln, Dortmund, Dresden, Aschaffenburg, Mannheim und nochmal Köln zu Demonstrationen aufgerufen, die teilweise mit LKW Corso durchgeführt wurden, stimmgewaltige aber absolut friedliche, öffentliche Protestaktionen. Bei einem Info-Treffen der Actie im Autohof „ Köln-Eifeltor“ gelang uns durch ein erstes Gespräch mit Udo Schiefner, Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages, der Sprung auf die erste Ebene der Politik.

Unsere Teilnahme als Aussteller in Karlsruhe auf der NUFAM gab uns als Vereinsmitgliedern den mehr als überfälligen Schub um eine tragfähige Gemeinschaft zu bilden und einen wahnsinnigen, nicht in dem Umfang erwarteten Erfolg, zu genießen. So etwas hat es bis dato noch nie in Deutschland gegeben, dass sich ein Verein auf einer Nutzfahrzeugemesse präsentieren konnte…, entsprechend laut waren natürlich die Pessimisten und Skeptiker, die uns unterstellten einem Größenwahn zu unterliegen.

Im November war Udo eingeladen, um im Bundestag öffentlich von den Sorgen und Nöten der Berufskraftfahrer zu berichten. Ein Auftritt der einem Schneeballsystem gleich, die Politiker wachgerüttelt hat und eine positive Lawine auslöste, die auf längere Sicht zu den notwendigen Gesetzesänderungen führen wird.

Mein anfänglicher Kontakt zu Udo war der unter Berufskollegen. Später wurde er auch Mitarbeiter in der gleichen Spedition, in der ich tätig bin und es entwickelte sich eine Freundschaft. Ich habe immer gerne mit Udo telefoniert und tue das natürlich auch heute noch. Die überwiegend lustigen Gespräche halfen mir über den oftmals tristen Fahreralltag hinweg. Typisch für ihn sind aber auch die spontanen Richtungswechsel im Gesprächsverlauf. Haben wir uns eben noch über Pleiten, Pech und Pannen amüsiert, musste ich im nächsten Moment aber schon, ohne jede Vorwarnung, seinen Ideen und Plänen auf der politischen Ebene folgen können. Ein nicht immer ganz einfaches Unterfangen, was auch nicht leichter wird, wenn es um Öffentlichkeitsarbeit geht. Ich sehe meine Rolle eher als Ratgeber im Hintergrund, der durch seine Ruhe und Ausgeglichenheit dadurch ab und zu auch den liebenswerten Chaoten etwas zur Ruhe zwingt. Selbstredend stehe ich auch an der Front, wenn es darum geht, Prügel abzuwehren oder zu beziehen.

Die unaufhörlichen Anfeindungen, Verleumdungen und öffentlichen Diffamierungen haben es nicht geschafft Udo von seinen Zielen abzubringen. Beharrlich, um nicht zu sagen hartnäckig, lässt er sich nicht beirren und geht den begonnen Weg weiter. Dankbar für echte Unterstützer und Freunde kann man, in der letzten Zeit leider weniger, in ganz privaten Momenten, oder wenn ihm der Erfolg recht gibt, die noch immer flippige und buchstabengesegnete Lichtgestalt treffen.“

Kassel 2013 mit der LKW Fahrer und Trucker Gruppe unter dem Motto "Fair im Verkehr"
Kassel 2013 mit der LKW Fahrer und Trucker Gruppe unter dem Motto “Fair im Verkehr”

 

Fortsetzung [edit 24.2.16 um 4:00]

 

Das Bild setzt wundervolle Erinnerungen frei, da fühlte man Kollegialität und Freundschaft und vor allem spürte man den gemeinsamen Spass am Beruf und an der Freizeitgestaltung. Mit unserem gemeinsam entwickelten Gruppenlogo wollten wir ein besonderes Zeichen der Gemeinschaft setzen und gleichzeitig eine Botschaft auf die Strasse tragen: „Fair im Verkehr“. Leider gibt es auch hier einen Wermutstropfen, denn selbst diese geile Gemeinschaft brach durch private Probleme etwas auseinander. Aber hierdurch wurde u.a. auch mein Wille geweckt mich unbedingt für unseren Beruf und die mir bestens bekannten Werte der fahrenden Zunft stark zu machen. Schon bald musste ich wegen Zeitmangel die Schirmherrschaft an Bernd abtreten, der aus dieser Initiative eine Kampagne und schließlich einen Verein formte.

Ich glaube bald, ich gehöre selber zu den “Abtrünnigen”, ich habe meine eigene Idee verkauft, nur dass ich deswegen zur Zielscheibe wurde. Das war aber nunmal eine logische Konsequenz aus dem Lauf der Dinge und aus der Zielsetzung. Wir wollten die Politik zwingen mit uns zu reden, das haben wir geschafft. Nachdem die Politik erreicht war musste einer dorthin gehen und reden, und nun ist genau das der Vorwurf, dass ich es bin und in der Aussendarstellung der elitäre Kraftfahrer bin. Wir hatten die Chance , jeder hatte die Chance in seinem Landesparlament vorstellig zu werden, wir hatten in fast jedem Bundesland den Protestbrief eingereicht und eine Einladung erhalten. Wahrgenommen hat die aber nur Renate Holzförster mit Tibor Reinke in Bremen,  und in Bayern war Sunny mit Peter und Rüdiger Neu.

Ich habe bisher etwas vergessen. Meine Gedanken beziehen sich die ganze Zeit egoistisch auf mich. Ich meine allerdings “WIR.” Wir haben drei Jahre in die Actie gesteckt. Es ist nicht nur mein Weg, es ist unser Weg. Es tut mir wirklich leid, aber ich habe die Idee und die Vision, und wie könnte ich da erwarten, dass irgendjemand bedingungslos folgen würde. Natürlich ist es etwas egoistisch von ir gedacht, aber wie schon weiter oben gesagt, meine Vision beinhaltet nicht den Absolutismus, es hat jeder  immer die Option seine Vision zu leben.


Gregor Ter Heide  ist so ein Mensch, der ebenfalls eine Vision hat und diese seit langem lebt. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich einer in eine Sache einfügen kann und sein spezifisches Wissen bzw. Können in den Dienst dieser Sache stellt. Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen, dass jeder mit seinen jeweiligen Fähigkeiten ein wichtiges Rad im Getriebe ist. Bei Gregor ist es das enorme Wissen gepaart mit Teamfähigkeit. Er ist der Herr der Gesetze und Mister Wikipedia und iZm. und iSd. und  iVm. Er ist der Mann hinter dem Heiko Kölzsch Urteil. Dank IHM bin ich von Tag zu Tag tiefer in die Materie eingestiegen. Anhand seines Beispiels wird deutlich wie mächtig das Internet ist, denn das www bringt Menschen mit gleichen Zielen zusammen um eine starke Gemeinschaft zu bilden. Leider ist in dem Zusammenhang auch festzustellen, dass das Internet mächtig genug ist solche Gemeinschaften, wie wir sie durch die Demos erlangt haben, wieder zu zerstören. Ein paar falsche Worte an einem schlechten Tag werden falsch verstanden und schon zerbricht die Gemeinschaft wieder in ihre Einzelteile.

Folgende Zeilen schrieb Gregor mir und uns Allen,:

Gregor: „Mein Erlebnis mit der Fernfahrer-Gemeinschaft „AidT“ die aktiver ist, wie es jemals die ÖTV oder Ver.di gewesen war. Die AidT ist ab 2013 nun schon 3 Jahre alt und alle „Actie-visten“ waren und sind weiterhin für die BKF in Deutschland sehr wichtig!

Warum ? ….. könnten sich nun alle Trucker, Fernfahrer, Kraftfahrer oder Berufskraftfahrer fragen?

Konnte oder musste das alles nicht die Ver.di auf den Tarif-politischen Weg oder Straße bringen?

Mein Interesse zur AidT, war schon ab 2013 durch einige „Große LKW-Protest-Demo“ geweckt worden, bevor ich Anfang März 2014 iZm der LKW-Demo der AidT in Dresden, den Udo Skoppeck anrief, um ihn auf einige Besonderheiten zum Europa- und EU-Recht hinzuweisen. Anstatt Udo hatte ich Claudia Skoppeck am Telefon und nach dem ich mich kurz vorgestellt hatte, verstand sie sofort den Hintergrund und Zusammenhang meines Anrufs. Nun Toll dachte ich, das ist sicherlich eine echte Fernfahrer-Ehefrau, die auch alle Tätigkeiten und Inhalte mit ihren Ehemann Udo und seinem Arrangement bespricht. Ich war angenehm überrascht, wie gut seine Ehefrau Claudia, die sehr vielen Wochenenden, durch Aufopferung der kostbaren familiären Freizeit, für fremde Kollegen teilt und Udo sich so einsetzt, das er auch noch extra dafür die geldlichen Ausgaben trägt.

Die Zeitschrift FERNFAHRER mit dem bekannten Redakteur Jan Bergrath und das digitale ET-Radio mit Andre Sahorn, sind hier zu Anfang besonders zu nennen, die fast alle Aktivitäten von Udo Skoppeck iZm. der AidT veröffentlicht hatten. Derjenige Fernfahrer, der nicht im www bzw. im Internet oder im Facebook „zu Hause“ ist, erfährt eigentlich nichts, wenn er nicht hin und wieder eine berufliche Fachzeitschrift liest.

Ab März 2014 konnte ich mit Udo Skoppeck viele Telefon-Gespräche führen und entsprechende viele e-Mails austauschen und ganz zu Anfang hatte er von mir u.a mit den Sätze:

„Mein Respekt zur deinem Vorhaben für den Beruf des Fernfahrers“

„Ich freue mich, dass es noch Fernfahrer gibt, die etwas wichtiges für das Transportwesen umsetzen wollen“.

Ich war von seiner glaubhaften Seriosität überzeugt, so dass danach alle Themen zwischen uns beiden im Einklang besprochen wurden. Mich beeindruckte die schnelle juristisch-arbeitsrechtliche Auffassungsgabe, verbunden mit dem ernsten Willen, viele wichtige Themenbereiche unbedingt auf einen juristisch-politischen richtigen Weg zu bringen.

Am 26.03.2014 schrieb ich Udo Skoppeck wegen der Erweiterung der Petition zur regelmäßigen wöchentlichen Ruhezeit (rWRZ):

„sollte die Petition nicht angenommen werden, aufgrund dieses Inhalts, hast du eine Begründete Berechtigung, beim EU-Parlament eine Petition und auch eine Beschwerde bei der EU-Kommission einzureichen“

Eine BKF-Petition für das EU-Parlament hatte ich mit Udo schon fast fertig geschrieben, bevor ich ihn zum ersten Mal am 04.08.2014 persönlich auf den Autohof in Osnabrück-Atter, an der für mich schönsten Fernfahrer-Theke, kennen lernen durfte, wobei er seine Lenkzeit-Unterbrechung zum Kaffee trinken mit mir benutzte.

Warum schreib ich das alles?

Ganze 5 Monate hatten wir eine so enge vertrauensvolle Zusammenarbeit gehabt, sodass noch nicht einmal dieses Treffen nötig gewesen wäre.

So etwas nennen einige Menschen dann ein eindeutiges blindes Vertrauen!

Mittlerweile war in Berlin seine Petition, wobei ich noch im Nachhinein wegen der rWRZ inhaltlich helfen konnte, angenommen, damit beschlossen und entschieden wird, diese dann auch dem Bundestag zu übergeben. Am 27.11.2014 konnten in Straßburg die 160 a4 Seiten der sehr ausführlichen BKF-Petition im EU-Parlament, den dort zuständigen deutschen EU-Parlamentariern Gabriele Preuß, Jutta Steinruck und Ismail Ertug persönlich feierlich übergeben werden. Auf der Fahrt nach Straßburg begleiteten mich u.a. Andre Sahorn von ET-Radio und Karsten Glaschick mit seinen LKW, der die drei Akten-Ordner dort sach- und fachgerecht anlieferte. Ich konnte Andre und Karsten als sehr vertrauenswürdige BKF-Kollegen kennen lernen, die ebenso wie Jan Bergrath, aus ehrlichem Herzen, sich für die Belange der BKF einsetzen. In der BKF-Petition Nr. 2711/2014 waren 5 folgende Forderungen beinhaltet:

      
     1.) Das Fahrerhaus muss ein verfügbaren Ruhe-Raum von 6 m² garantieren        
     2.) Das Opt-out iZm. Arbeitsbereitschaft und Bereitschaftsdienst wird beendet        
     3.) Die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit muss am Lebensmittelpunkt sein        
      4.) Eine EU-Tarifvertragsverordnung und ein EU-Tarifvertragsregister        
      5.) Ein EU-weites Mindest-Gehalt für alle BKF von 12,- € pro Stunde

Die AidT konnte 2014 als e.V. eingetragen werden und ich konnte auf Mitglieder-Versammlungen in Solingen, dann u.a Michael Schmalz und Katja Schmalz und bei der Mitglieder-Versammlung auf dem Autohof Schlüchtern, liebenswürdige Mitglieder kennen lernen, sowie auch einige andere fachliche BKF-Experten, wie z.B. Maik Erdmann.

In Köln fand am 21.03.2015 aufgrund einer Einladung von Tina Nieda, ein Treffen von einigen BKF statt, das u.a. auch zur Vorbereitung der Demo in Köln dienen sollte, wobei auch Udo Skoppeck, Karsten Glascheck, Jan Bergrath anwesend waren. Dort konnte ich den berühmten belgischen Polizist Raymond Lausberg kennen lernen. Ebenso traf ich den Genossen Udo Schiefner, der als verkehrspolitischer Berichterstatter der SPD versprach, dass er auch einige BKF nach Berlin einladen wird, was dann noch geschah.

Am 18.04.2015 wurde iZm mit einer BKF-Demo, die von Mike Örtel und Johann Theodor direkt vor dem Dom in Köln organisiert wurde, die Beschwerde an die EU-Kommission bekannt gegeben, wobei der Akten-Ordner mit insg. 191 a4 Seiten (ohne Anlagen) im Protest-Marsch vom BAG Gebäude, dann auch von mir bis zum Platz zwischen Dom und Hauptbahnhof zur dortigen Kundgebung gebracht und öffentlich von Udo Skoppeck und mir dort auf der Bühne vor dem Dom feierlich unterschrieben wurden. Dort traf ich auch den BKF- Rentner Erich Altenmüller, der auch ein stiller Unterstützer der AidT ist.

Die Nufam in Karlsruhe hatte auch zum ersten Mal in der „Geschichte der Nutzfahrzeugindustrie“ eine einfache Vereinigung BKF mit einem großen normalen LKW mit Auflieger, am 24.-27.09.2015 einen eigenen Stand, um die Abstands-Kampagne des Vereins auf der Hecktür den vielen Messebesuchern zu zeigen, sodass die eine Abstand-Kampagne der AidT ein Erfolg auch bei weiteren LKW geben konnte. Dabei konnte ich auch dort einige liebe und fleißige AidT.e.V. Mitglieder, wie Kati Aus K mit Holger Sichelschmidt, Veit Böhme, Michael Maier, Axel Flaake usw. kennen lernen Dort habe ich live feststellen könne, wie wichtig und unentbehrlich sowie fleißig doch Katja Schmalz, Kati aus K und Claudia Skoppeck sind.

Durch Vermittlung von Jan Bergrath, wurden am 07.09.2015 wurden fünf sehr engagierte BKF, die sich nachweislich sehr für die BKF- Probleme eingesetzt hatten, von Udo Schiefner nach Berlin in den Reichstag eingeladen. Dort machte Udo Skoppeck gegenüber den SPD Mitgliedern des Verkehrsausschusses, zum ersten Mal in der EU den Vorschlag, dass es den „Digitalen CMR-Frachtbrief“ mit allen dazugehörigen Kontrollmöglichkeiten geben muss, mit dem dann – wenn schnelle Umsetzung erfolgt – Milliarden Euro beweisbar eingespart werden könnten. Im gewerblichen Güterkraftverkehr kann die elektronische Unterschrift die Abwicklung und Archivierung des Transportvorgangs beweisbar sehr erleichtern und Kontrollen iZm. dem digitalen Tachograph zwecks der Einhaltung des Art. 8 (8) VO (EG) 561/2006, sowie die Kabotage hinzukommt.

Am 13.10.2015 wurde mir und Udo Skoppeck bekannt, das die Petition im deutschen Bundestag Nr. Pe-1-18-12-9302-003934 iSd. „Actie in de Transport Germany“ beschlossen worden war und auf die zweithöchste Stufe dem Verkehrsausschuss des deutschen Bundestag übergeben wurde.

Udo Skoppeck schrieb, aufgrund Veröffentlichung von Udo Schiefner, erst am 04.11.2015 im FB:

„Danke an alle Actie-visten, die daran mitgewirkt haben und unsere Demos und Aktionen immer unterstützt haben. Die Geduld zahlt sich nun allmählich aus ….. und Petitionen bringen doch was , nichts ist umsonst passiert !“

Ich schrieb dazu im Facebook: „es freut mich sehr, dass die erste Petition in Deutschland vom einfachen engagierten Fernfahrer ein Erfolg wird und im Bundestag gelandet ist. Nun kann es nur noch besser werden und die armen BKF aus den MOE-Staaten dürfen regelmäßig auch mal wieder zu ihren Familien nach Hause. Damit wird gleichzeitig auch die Kabotage ein rechtlichen gültigen Wettbewerb bekommen, denn spätestens nach 14 Tagen sind die BKF auch immer wieder “zu Hause”. Das alles hat die AidT mit ihren 7 LKW Protesten und der Petition – Einreichung zur Art. 8 (8) VO (EG) 561/2006 bewirkt.“

Axel Flaake schrieb: „Ein ganz großes Dankeschön gebührt aber 4 besonderen Menschen. Menschen die das Ziel nie aus den Augen verloren haben, trotz aller Kritik, Anfeindungen und Widrigkeiten. Udo mit seiner Vision, die jetzt Realität annimmt. Claudia die viel zurück gesteckt hat und Udo als starke Frau immer den Rücken frei gehalten hat. Michael der nie das Ziel aus den Augen verloren hat (egal weitermachen) wie lange habe ich gebraucht das zu verstehen. Katja die gute kluge Fee, die immer alles perfekt organisiert hat. Den engen Vertrauten von Udo im Hintergrund. Euch gehört der größte Dank.“

Das Lob reichte Michael Schmalz wohl nicht, denn er schrieb: „Boah! Was ein Gesülze hier. Da werde ich gleich mal weiter machen. Der größte Dank gehört eigentlich jedem einzelnen, der bei den Demos und Infotreffen war. Jeder Einzelne hat dazu beigetragen, ob sie noch dabei sind oder nicht. Jeder Einzelne, der mit Kollegen über die Transportmisere redet, jeder der an die Sache glaubt oder geglaubt hat. Auch Jan Bergrath, Jutta Steinruck, Udo Schiefner, Karsten Glaschick mit Frau, Fabian Marten und sein Bruder, die Chefs die uns erlaubt haben mit den Lkws zur Demo zu fahren, Andreas Mossyrsch mit Camion Pro, der KCD mit Ingo Schulze und Horst Fritzsche die uns den ersten 5 Punkte Plan zur Verfügung gestellt hat. Natürlich auch Axel Flaake, der in seinem Alter etwas länger gebraucht hat um zu verstehen, gehört für seine Unterstützung großen Dank. Wer natürlich nicht fehlen darf; unser wandelndes Gesetzbuch Gregor Ter Heide, ohne sein Wissen wäre das nicht möglich gewesen. Jedem Einzelnen muß man für diesen Erfolg danken. Ohne Euch wären wir nicht so weit. Vielen Dank dafür, ihr seid großartig!“

Zum 25.11.2015 wurde Udo Skoppeck von SPD Mitgliedern des Verkehrsausschusses nach Berlin eingeladen, um ein Thema der SPD-Fraktion „Transport und Logistik am Limit“, wo auch ich anwesend sein konnte und auch Kirstin Lühmann kennen lernen konnte. Dort konnten auch Udo Skoppeck und ich in der Arbeitsgruppe „Digitalisierung“, den „Digitalen Frachtbrief“ (35 a4 Seiten) erklären, den er dann zum Schluss der Tagung, offiziell den zuständigen Politikern übergab.

Am 08.12.2015 wurde die Petition von Udo Skoppeck zur rWRZ, in Berlin vom Verkehrsausschuss aufgrund des Beschlusses, als BKF-Petition unter der Nr. 1254/2015 angenommen, wobei nun zum Thema rWRZ insg. zwei gleichlautende Petitionen beim Petition-Ausschuss im EU-Parlament vorhanden sind.

Von den bisherigen drei Jahren der AidT durfte und konnte ich auch zwei erfolgreiche Jahre inhaltlich mitgestalten, dass es auch eine berechtigte „Aussicht auf Erfolg“ geben kann, denn die eingereichten Themen-Inhalte, bestehen in der beweisbaren Bringschuld der deutschen Regierung und des jeweiligen EU-Ministerrat.

Ich bedanke mich für das Vertrauen, dass man mir von bestimmten Menschen entgegengebracht hatte, wobei ich iZm. der AidT und den BKF- Problemen, hilfreich tätig werden konnte.

Danke an die Actie-visten:

Udo Skoppeck, seine Frau Claudia, die Actie-visten Michael Schmalz und Katja Schmalz, Gerhard Schlappy Schulz mit Frau, Karsten Glaschick mit Frau, Maik Erdmann, Axel Flaake, Fabian Marten, Tina Nieda, Silvio Bachmann, Kati Aus K, Holger Sichelschmidt, Veit Böhme, Michael Maier, Michael Schroh, Lars Dreier, Matthias Gilge, Steffen Ach, Stefan Wierman, Johann Theodor usw., die als aktive Mitglieder dem Gregor Ter Heide bekannt sind.

Danke auch den Unterstützern und AidT-Freunden: Jan Bergrath, Andre Sahorn, Uwe Buggle mit Frau, Raymond Lausberg, Jutta Steinruck und Udo Schiefner.

Die AidT.e.V. und deren Unterstützer, können, dürfen, bzw. müssen nun nach drei Jahren alle sehr stolz auf sich sein, denn das was bisher geschafft, organisiert und eingebracht wurde, hatte bisher keine der 231 Gewerkschaften in der EU bewerkstelligt.“


 

Hier nochmal die Kurzfassung von Gregor Ter Heide falls der ganze Text zu umfangreich war :)

1.) 14.01.2014 Petition Pe-1-18-12-9302-003934 zur regelmäßigen wöchentlichen Ruhezeit (rWRZ)

2.) 27.11.2014 Petition direkt im EU-Parlament Nr. 2711/2014 mit 5 Forderungen übergeben.

3.) 24.-27.09.2015 NUFAM Stand in Karlsruhe mit Abstand-Kampagne auf der Auflieger-Hecktür

4.) 07.09.2015 Udo Skoppeck, Horst Fritzsche, Burkhard Taggart, Axel Flaake, Michael Schmalz, übergaben die Dumping-Akte und „Digitaler Frachtbrief“ wird von Udo Skoppeck vorgeschlagen.

5.) 13.10.2015 Petition Pe-1-18-12-9302-003934 wird dem Bundestag übergeben.

6.) 25.11.2015 hat Udo Skoppeck den „Digitalen Frachtbrief“ (35 a4 Seiten) offiziell übergeben.

8.) 08.12.2015 wurde die Petition zur rWRZ in Berlin, direkt ins EU-Parlament als Nr. 1254/2015 weitergeleitet.

9.) 3te Weihnachtsaktion der AidT, für traurige einsamen Fernfahrer aus den MOE-Staaten und 2te Paketaktion von Tina zugunsten des Kinderhospiz Balthasar


 

Fortsetzung [edit 25.2.16 um 4:00]

Eine Person ist in dem ganzen „Auf und Nieder“ist immer da gewesen. Ihr Name Tina Nieda ist eigentlich verwirrend, denn es müsste „Tina ist immer DA“ heißen. Sie hat alles Menschenmögliche gegeben um überall dabei zu sein. Nach meiner persönlichen Einschätzung hat sie sich jedoch an zu vielen Baustellen aufgerieben. Sie wurde leider auch von mir nicht immer so mitgenommen, wie sie es verdient hätte. Ich weiß wie fertig sie manchmal in diesen drei Jahren war. Sie hat die Actie gelebt, es war nicht irgendein Hobby für sie, wo man ab und zu mal nachgeschaut hat. Sie wurde nach eigener Aussage gehasst, verleugnet, beschuldigt und ausgeschlossen. Ihr wurde gewiss auch von mir Unrecht getan.Und hier fällt mir der über Allem thronende Begriff “GEMEINSAMKEIT” ein. Das Problem war bisher, daß am Anfang die Euphorie sehr groß war, aber den Kollegen nicht bewußt war, das es bis zum Ziel ein langer Weg ist.

Mein mittlerweile guter Freund Michael. Ja !!! Ein sturer Mann mit eisernem Willen, ein die Wahrheit liebender Mensch, außer wenn er von seinen Prinzipien abrücken muss, dann zickt er rum. Er ist einer der Menschen, die man gerne an seiner Seite hat, wenn man in den Kampf ziehen muss, dann weiss man seine Flanke immer in Sicherheit, er würde dich ohne mit der Wimper zu zucken aus dem Bombenhagel heraus tragen. Er hat mir beinahe ein Buch als Antwort auf meine Frage geschickt. Er ist auch jemand, der es wollte und gegen jede Anfeindung ob seiner Ehrlichkeit, der es wollte und auch umgesetzt hat, Gemeinsamkeit lernen und leben.

Michael: Als Udo mir sagte, dass er von mir gerne ein kurzes Resümee über die Actie haben möchte, musste ich lachen. Ein Kurzes? Ich denke, dass ich ein ganzes Buch schreiben könnte.

Durch meine eigene Erfahrung, arbeitslos wegen des Aufgebens meines Ex-Chefs durch die Wirtschaftskrise und EU-Osterweiterung, war ich Feuer und Flamme als ein Kerl namens Udo Skoppeck damals in einer für mich noch neuen Welt namens Facebook auftauchte. Ich war damals auch so ein Fahrer der propagierte: blockieren, Autobahn zu machen usw.! Aber nach kurzer Zeit begriff ich, was Udo vorhatte und fand eigentlich, dass Udo einen intelligenteren Weg im Sinn hatte. Daher habe ich in der Actie-Gruppe angefangen, seine Ziele zu verteidigen und zu diskutieren. Naja, wenn ich von etwas überzeugt bin kann ich da ja richtig Gas geben und nehme auch kein Blatt vor den Mund. Und in den Anfängen ging es unglaublich ab in der Gruppe, ich kam mir teilweise vor wie auf dem Schlachtfeld.

Ich hatte anfangs oft den Eindruck, dass alles wieder zusammenbricht und Udo aufgibt. Zu dieser Zeit habe ich schon kräftig mit Schlappy geschrieben, der ja von Anfang an dabei war und auch mit einigen anderen Admin der Gruppe war. Nach ein paar Tagen, es ging immer noch drunter und drüber, kam plötzlich eine PN von Udo. Eine PN von Udo!? Oha, eine Nachricht von einem Typ, der anscheinend sehr intelligent war und den Mut hatte in D etwas für uns Fahrer zu bewegen? Wenn ich wirklich etwas bewegen und verändern wolle, würde er mich in eine Gruppe zufügen. Ich war im ersten Moment total entsetzt. Andere Gruppe? Schmeißt er doch schon nach den ganzen Angriffen und kriegsähnlichen Zuständen hin? Aus einer Mischung von Enttäuschung, Angst aber auch Neugierde sagte ich zu. Das war eine Admingruppe!? Dann kam das erste Telefonat mit Udo. Danach war ich noch mehr beeindruckt und noch überzeugter, dass er etwas erreichen kann. Er erklärte, dass er sich neu aufstellen möchte. Erst mal im geheimen, weil die Admins anscheinend extrem angegriffen werden und er es ihnen nicht zumuten möchte, das auszuhalten.

Admin? Ich Admin? Hm!? Nö, ich bin doch kein Admin. Möchte ich das? Eigentlich nicht. Aber habe ich dadurch die Möglichkeit mehr zu tun!? Sind meine Chancen dadurch größer, das Ziel zu unterstützen? Ok, ich mach`s.

Wenn ich damals gewusst hätte, was auf mich zukommt, hätte ich es wohl nicht gemacht, oder vielleicht doch!? Doch hätte ich, wahrscheinlich würde ich heute aber einiges anders machen.

Es war von Anfang an der Plan, die Unternehmen mit einzubinden. Ein sehr guter Plan in meinen Augen, denn wenn die Frachtpreise hoch gehen, können wir Fahrer auch wieder mehr verdienen. Also ging ich zu meinem Chef und erzählte ihm von der Actie. Er war sehr kritisch und meinte „vergesst die Unternehmer nicht“. Seit diesem Zeitpunkt erstattete ich ihm regelmäßig Bericht über die Actie und mittlerweile findet er das richtig und gut, was wir machen und darüber hinaus unterstützt er auch, soweit es von seiner Position aus geht.

Als ich bei einem Telefonat mit Udo erwähnte, dass Katja eine „Tippse“ ist und ihm evtl. helfen könnte, wenn er was zu schreiben hatte, war Katja in der Actie „gefangen“. Wenn wir gewusst hätten, wie viel Arbeit auf sie zukommt und wie viele Nerven sie das kostet, hätte ich sie nicht erwähnt und es angeboten. Wie dem auch sei, es entstand so das erste Konzept der Actie in schriftlicher Form. Udo hat Katja die ganzen Notizen von sich geschickt und sie mit Material überhäuft. Katja machte sich an die Arbeit und erstellte so ein vorzeigbares Konzept für Unternehmer, Politiker, Medien und Verbände. Als es fertig war, ging ich zu meinem Chef und legte es ihm vor, weil mir seine Meinung dazu sehr wichtig war. Er war begeistert und beeindruckt, dass so etwas von Fahrern auf die Beine gestellt wurde.

In den Diskussionen in der Gruppe fiel mir Erich auf und als ich auf seinem Facebookprofil nachschaute, stellte ich fest, dass er ja gar nicht so weit von mir entfernt wohnte. Also schrieb ich ihn an, weil ich gerne auch seine Meinung zur Actie hören wollte. In mehreren PN kamen wir zu der Entscheidung, dass wir uns persönlich treffen sollten, um zu reden. Ok, gute Idee. Irgendwie kam ich dann auf die Idee, warum nicht mit mehr Leuten? In meinem jugendlichen Leichtsinn machte ich eine Actie-Veranstaltung. Actie-Infotreffen! Naja, Autohof war in der Nähe und ich dachte, da wird ein kleiner Tisch für vielleicht 5 Leute reichen. Und dann ging es los, immer mehr Zusagen auf der Veranstaltung. Kleiner Tisch? Wir brauchen einen Raum. Also fragte ich im Autohof nach und mir wurde ein Nebenraum zugesagt. Immer mehr Zusagen, ach du Scheiße, was habe ich da angerichtet? Was soll ich da machen? Ich wollte doch eigentlich nur mit ein paar Leuten über die Actie reden und ihre Meinungen hören. Ich bin doch kein Redner, vor allem nicht vor vielen Leuten. Panik machte sich breit. Da meldete sich Mike und versprach mir, zu kommen und mich zu unterstützen. Und meine Frau unterstützte mich in meinem Vorhaben, indem sie Infomaterial ausdruckte, Schilder bastelte und ihrem ganzen Organisationstalent freien Lauf ließ. Und das Wichtigste, sie sprach mir Mut zu und motivierte mich. Was aber, je näher der Tag kam, nicht wirklich geholfen hat. Dann war er da, der Tag X. Ich wäre am liebsten irgendwohin verschwunden, so ein Schiss hatte ich. Dann trafen wir das erste Mal auf Mike und seine Frau Sabine. Wow! Der erst Kontakt außerhalb der virtuellen Welt. Unzählige Telefonate hatten wir geführt, jetzt stand er vor mir und ist ja auch einige Kilometer gefahren um mich zu unterstützen. Naja, wir hängten die Hinweisschilder auf, legten Infomaterial hin und es kamen immer mehr Leute. Ja, das erste Actie-Infotreffen. Da saßen wir nun und plötzlich waren alle Blicke auf mich gerichtet. Ich wäre am liebsten im Boden versunken, was habe ich da nur getan!? Dann sagte jemand, du hast diese Veranstaltung gemacht und jetzt fang an, wir warten. Oje, genau das was ich befürchtet hatte traf ein, ich sollte vor allen sprechen. Ich stammelte unsicher ein paar Worte zur Begrüßung und schlug vor, dass wir uns alle nacheinander vorstellten und ein paar Worte zur Actie sagen sollten. Puh! Ich hatte etwas Luft und Zeit gewonnen. Naja, es lief dann doch so, dass wir einige Meinungen einholen konnten, wir viele nette Leute kennen gelernt haben und den Tag eigentlich erfolgreich hinter uns gebracht haben. So sind die Infotreffen entstanden und es folgten in ganz Deutschland noch weitere. Durch die Entfernungen konnte man nur leider aus zeitlichen und finanziellen Gründen leider nicht überall dabei sein.

Zwei Wochen später machte Mike in Köln Eifeltor das nächste Infotreffen. Natürlich fuhren wir da auch hin, weil sich Udo und Schlappy angekündigt hatten. Das wird super! Mike wieder zu sehen, endlich mal Udo und Schlappy in der realen Welt zu begegnen. Dann war es auch soweit. Die erste Begegnung mit Schlappy. Cool! Ein kleiner liebenswerter motivierter Zwerg, mit Schlapphut und einer Frisur im Gesicht. Was ein knuffiger Typ. Ich habe selten einen so selbstlosen offenen Menschen getroffen wie ihn. Und dann kam Udo. Ich konnte nicht anders, als ihn bei der Begrüßung zu umarmen. Es kam mir so vor, als würden wir uns schon ewig kennen. Und seine Frau, ich habe selten so einen liebenswerten Menschen wie Claudia getroffen. Wow! Die Zwei haben sich gesucht und gefunden. Auf jeden Fall hat sich meine Meinung von Udo durch das persönliche Aufeinandertreffen gefestigt. Er ist ein ganz besonderer Mensch, der seine Ziele fest im Blick hat, der offen und liebenswert ist, der auch seine Macken und Fehler hat, aber auch genug Intelligenz besitzt um seine Ziele zu erreichen.

Auf jeden Fall haben diese Treffen eins gezeigt, dass es sehr wichtig ist sich außerhalb von Facebook zu treffen und kennen zu lernen.

Ich glaube es war Anfang Mai, als Udo anrief und sagte, dass in Mellendorf ein Treffen stattfindet mit Actie, KCD und der niederländischen Actie und dass Ingo und Joop mich kennenlernen möchten. Mich? Warum das? Mellendorf ist ja ganz schön entfernt von mir und meine finanziellen Mittel sind auch sehr begrenzt. In der Facebookveranstaltung sah ich das Rolf Reiss und Erich auch zugesagt hatten. Also setzten wir uns in Verbindung und Rolf bot uns an, uns mitzunehmen. Ok, Cool! Spritkosten teilen und es ist machbar. Naja, die Fahrt war ein Abenteuer. Wir starteten in Mannheim mit einem Nissan Micra!!! Erich auf dem Beifahrersitz, Katja und ich hinten. Oha! So ein Nissan Micra ist wirklich extrem klein. Ladungssicherung brauchten wir nicht, weil wir auf jeden Fall formschlüssig verladen waren. Nach der Fahrt, die uns ewig vorkam, stiegen wir aus und entfalteten unsere Knochen und begegneten dann auch zum ersten Mal Ingo und seiner Frau, Joop, Arjan, Hans, usw.! Udo meinte, dass ich mich mit nach vorne setzen sollte. Nö. Ich traute mich nicht und wollte mir am liebsten alles aus dem Hintergrund anschauen. Nachher fragt mich noch jemand etwas und ich muss etwas sagen. Aber Schlappy hatte keine Scheu und setzte sich zu Udo. Auch hier bestätigte sich wieder der Unterschied zwischen der realen und virtuellen Welt. Einige kamen sympathischer rüber wie im www, andere enttäuschten einen und wiederum andere waren genauso wie man sie aus dem Netz kennt. Wahnsinn wie man sich täuschen kann, wenn man im Facebook von den Leuten liest und schaut nachher in die Augen der Menschen. Ingo und Joop waren sehr erfahrene, selbstbewusste Redner, die wussten wie man Leute in ihren Bann zog. Als der offizielle Teil vorbei war, sagte Udo, dass Ingo und seine Frau mit uns sprechen möchten. Ok, machen wir das. Sie wollten meine Meinung hören. Meine? Hätten sie meine Offenheit gekannt, hätten sie es wahrscheinlich gelassen. Ich glaube auch, dass ich es mir dadurch bei ihnen verschissen habe. Ich meinte zu ihnen, dass es eine super Sache ist, aber Bedenken habe was die KCD betrifft, weil die Leute in Facebook extrem negativ auf den Namen KCD und Ingo reagierten. Warum und weshalb sei mir selbst egal. Ich war damals nicht dabei und könne mir deshalb keine eigene Meinung bilden. Oha! Da habe ich wohl die falschen Worte gewählt. Aber warum soll ich um den heißen Brei rumreden, ihnen Honig ums Maul schmieren, wenn ich doch nur die Tatsachen aufzähle, auch wenn sie negativ für sie sind? Es war ja nicht meine eigene Meinung, sondern Aussagen aus der Facebookgruppe und Worte aus persönlichen Gesprächen. Na ja, Diplomatie ist nun mal nicht meine Stärke.

Nach Mellendorf war auch ein anderer, bis dato (gespielt?) freundlich gestimmter Mitstreiter sehr komisch. Plötzlich wurde gegen mich in Facebook geschossen. Er machte mich und Katja überall schlecht. Wir wären Ja-Sager, Mitläufer, wir hätten keine eigene Meinung, usw.! Irgendwann habe ich ihm mal vorgeschlagen uns im Autohof zu treffen und uns mal auszusprechen. Naja, wir trafen uns und während des Gespräches fragte er mich, wie es dazu kam dass Udo mich zu den Admins geholt und mich so quasi zu seinem Vertrauten gemacht hat mir. Hm!? Durch mein engagiertes Kommentieren bei der Actie? Ja, das habe er doch auch gemacht, auf ihn wäre er aber nicht zugekommen…. Ok!? War das der Grund, warum er plötzlich gegen mich agierte? Die Charakterzüge der Menschen sind schon sehr interessant, wie ich schon sehr oft feststellen musste.

2 Wochen nach Mellendorf kam die erste Demo in Berlin. Demo!? Cool! Ich war noch nie auf einer Demo. Demo bedeutet für viele Ausschreitungen und Randale. Davor hatte ich ein wenig Angst, aber wir wollten ja friedlich demonstrieren. Im Vorfeld, dachte ich nur, hoffentlich kommen genug. Aber egal, ich hätte auch mit nur 10 Leuten demonstriert. Ich schraube lieber meine Erwartungen runter und lasse mich überraschen. Eine gute Bekannte von uns, eine polnische selbstfahrende Unternehmerin in Deutschland, war Feuer und Flamme. Sie war noch nie auf einer Demo und wollte mit. So bot sie (Sofie) auch an zu fahren und wir bildeten eine „Demo-Fahrgemeinschaft“ mit Lothar und Rolf. Wir trafen uns in Mannheim, motiviert bis in die Haarspitzen, und starteten nach Berlin. Es war eine lustige und tolle Fahrt. In Berlin angekommen trafen wir uns am Demostartplatz. Je näher der Startzeitpunkt rückte, kamen immer mehr Leute aus allen Richtungen. Man lernte wieder neue Leute kennen, schüttelte Hände und stellte sich vor. Wow! Doch mehr wie erwartet. Wir hatten im Vorfeld Demoschilder gebaut und standen bereit. Plötzlich sahen wir Kameras und Reporter. Wow! Sogar Medien sind da. Und dann kam ein Team blitzartig auf mich zu, keine Gelegenheit zur Flucht, die Kamera richtete sich auf mich und ich hatte ein Mikrofon unter der Nase. Oha! Mein erstes Interview. Ich stotterte mit hochrotem Kopf rum und war froh als es vorbei war. Die Bühne wurde in Fabian Martens Lkw aufgebaut und die Demo wurde eröffnet. Jetzt musste Udo ran. Katja hatte ihm eine Rede geschrieben, aber die hatte er vergessen. Er stand irgendwie hilflos da oben und wusste nicht mehr, was er sagen sollte. Aber das machte ihn in meinen Augen noch sympathischer. Was ich auch ganz lieb fand, Sven Meiler ging hoch auf die Bühne und versuchte Udo beizustehen. Und dann kam Mark Vos, der Mann, der die Actie in Holland ins Leben gerufen und das Thema erst ans Tageslicht gebracht hat. Mark hielt eine kurze Rede und dann kam Ingo. Wow! Der Mann kann reden, das hat er drauf. Was wäre das für ein Wahnsinnsteam für die Fahrerschaft gewesen, wenn da nicht eine Front so verhärtet wäre… Außerdem war noch Helena Schöning aus der Tschechei da und hat eine kurze Rede gehalten. Sie hat erzählt wie es in der Tschechei läuft, wie hoch (oder besser niedrig?) der Mindestlohn dort ist und wie die Zustände dort sind. Das gab einem schon sehr zu denken. Und dann kam der Start. Was war das für ein geiles Gefühl. Wir Fahrer marschieren zusammen, nebeneinander, gemeinsam Richtung Bundestag. Mit Gehupe, Schildern und pfeifen machten wir auf die Missstände in unserem Beruf aufmerksam. Natürlich wäre es wirksamer gewesen, wenn wir hunderte von Leuten gewesen wären, aber es war die erste Demo und wir hatten vor, noch weitere zu machen. Der Anfang war gemacht. Reporter vom Fernfahrer und Trucker begleiteten uns. Vorm Bundestag wurde die Bühne wieder aufgebaut und es gab die Abschlusskundgebung. Es wurden wieder einige Reden gehalten und außerdem war Malene Volkers von der ETF dabei. Sie war eine sehr eloquente Frau, die wusste von was sie sprach. Danach kam Herr Dreier von Verdi! Oje, der machte genau das, was er nicht hätte tun sollen. Kommt in die Verdi und wir machen etwas für euch. Es war mehr Verdimitgliedercashen als das, was wir eigentlich erwarteten. Das kam bei den Mitdemonstranten echt nicht gut an und sie haben es ihn spüren lassen.

So endete die erste Demo. Viele sind danach und während der Rede von Detlef Dreier gegangen. Wir verabredeten uns dann noch zu einem gemeinsamen Treffen, bei dem wir uns noch unterhalten haben und uns weiter kennengelernt haben. Irgendwann nachts mussten wir ja auch wieder los und sind dann mit unserer Fahrgemeinschaft gestartet. Als wir am nächsten Morgen wieder in Mannheim ankamen waren wir total erledigt. Das war ein langer Tag. Wir waren über 30 Std wach und wollten nur noch nach Hause.

Naja, ich werde jetzt besser aufhören zu schreiben, sonst gibt es doch noch ein Buch. Für mich selbst werde ich noch weiterschreiben und es evtl. auch irgendwann mal veröffentlich.

Ganz kurz zusammengefasst möchte ich noch allen danken, die uns unterstützt haben und immer noch dabei sind. Auch denen, die uns angefeindet haben, diejenigen bei denen man dachte, dass Freundschaften entstehen und die leider doch wegen Nichtigkeiten, Lügen, Doppelspielen und lächerlichen Missverständnissen zerbrochen sind.

Ich habe in den drei Jahren sehr viel gelernt. Dank Udo habe ich gelernt, vieles aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen, über viele Sachen hinweg zu sehen und auch was Herzlichkeit und Verzeihen bedeutet. Sich lieber auf das Wesentliche und Wichtige zu konzentrieren, als auf Menschen, die diese Worte nicht mal schreiben können. Ja, ich habe auch gelernt, Fehler einzusehen und mich dafür zu entschuldigen. Ich durfte auch erfahren wie es ist, Freundschaften aufzubauen und zu haben, obwohl ich daran nicht mehr geglaubt habe.

Über die Charaktere, das Verhalten und das Agieren von Menschen könnte ich ein weiteres Buch schreiben. Aber das lasse ich lieber.

Auf jeden Fall möchte ich auch den Menschen danken, die gegen die Actie agiert haben. Die versucht haben uns schlecht dastehen zu lassen. Die versucht haben, auch wenn sie es bei manchen geschafft haben, andere gegen uns aufzuhetzen. Ja, diese Erfahrung, in ihr Wesen und wirkliches Gesicht zu schauen, hat mich vieles gelehrt. Aber das Wichtigste ist eigentlich, dass sie es geschafft haben, auch wenn sie das Gegenteil erreichen wollten sondern mich eher dazu motivieren und anzuspornen, weiter zu machen. Danke für die Motivation, meinen Weg nicht zu verlassen. Wenn ihr, die ihr alle Kraft ins Dagegenhalten setzt, diese sinnvoll und im Sinne der Sache einsetzen würdet, könnten wir gemeinsam sehr viel erreichen. Aber ihr könnt auch so weiter machen und mich motivieren, noch mehr Kraft in die Sache zu stecken. Aber egal was ihr macht, es wird uns bestärken, unseren Weg weiterzugehen.

Dennoch stimmt es mich traurig, dass wir (ja wir!) nicht in der Lage sind, Udos Traum in Erfüllung gehen zu lassen. Es ist sehr schade, dass wir nicht in der Lage waren, Zwist und Missverständnisse zu Gunsten der „Idee Actie“ beiseite zu stellen, wenn es darum ging, Einigkeit zu demonstrieren. Auch wenn man sich nicht riechen kann, wir sitzen alle im gleichen Boot und sollten in die gleiche Richtung rudern. Aber vielleicht schaffen wir es eines Tages doch noch, diesen Traum Realität werden zu lassen. Denn ungeachtet von Charakter, Zank, Streit, Neid oder Missgunst verbindet uns doch eines – die Liebe zu unserem Beruf!

Danken muss ich natürlich auch denen, die mir Mut zugesprochen haben, die gesagt haben, bleib wie du bist und mach deinen Weg. So etwas motiviert natürlich auch. Danke für die Freundschaften, die entstanden sind. Und auch ein Riesendank an Claudia und Udo, die ich sehr liebgewonnen habe und die an mich und Katja glauben. Der allergrößte Dank gilt auch meiner Frau, die immer hinter mir steht und auch in vielen Gesprächen geholfen hat. Ich liebe dich und bin dankbar, dass ich zusammen mit dir einen gemeinsamen Weg gehen darf.

So, jetzt war es das wirklich. Ich hätte noch so viel zu sagen, aber ich soll mich ja kurz halten. Auf in eine gemeinsame Zukunft.


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Und zum Schluss meiner 3 Jahres Bilanz schreibe ich nochmal die ursprünglichen Ziele der Actie , damit diese für den geneigten Leser nochmal deutlich werden, und jeder prüfen kann, ob er mit diesen Zielen konform gehen kann und gemeinsam an der Verwirklichug mitarbeiten möchte.

• Ziele

Die A.i.d.T. versteht sich als eine Gemeinschaft von Kraftfahrern und der Transportbranche verbundenen Menschen. Diese Gemeinschaft ist es auch, welche die Ziele der A.i.d.T. formt und bestimmt. Daher entstand aus Umfragen und Gesprächen dieses Konzept, welches verfolgt wird:

Die A.i.d.T. möchte erreichen, dass…

…die Arbeitsplätze der Kraftfahrer bzw. aller Berufe in deren Abhängigkeit in Deutschland erhalten werden.

Die EU-Politik, bei der man den Eindruck bekommen könnte, dass die Fahrerjobs in Westeuropa schon lange zur Disposition gestellt seien, muss sich dahingehend bewegen, dass ein fairer Wettbewerb innerhalb der EU möglich ist. Nur so können die kleinen und mittelständischen Transportunternehmen in Deutschland lukrativ arbeiten und somit auch sichere Arbeitsplätze bieten. Darüber hinaus muss eine langfristige und nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im deutschen Transportwesen und somit auch für die Fahrer erzielt werden.

…Dumpingfrachten aufgrund mangelnder Harmonisierung in der EU und Schlupflöchern in der Gesetzgebung abgestellt werden,

denn moderate Frachten bedeuten moderate Löhne. Solange ein solch immenses Ungleichgewicht in der EU den Wettbewerb verzerrt, werden die Kabotagetransporte bzw. die mangelnde Kontrolle der Beschränkung derer, sukzessive den deutschen bzw. westeuropäischen Transportsektor vernichten. Nur wenn annähend gleiche Kosten zu Grunde gelegt werden können, kann die Liberalisierung aller Mitgliedsstaaten auch funktionieren. Deshalb muss die bestehende Gesetzgebung z. B. auch gerade bezüglich der Briefkastenfirmen-Praxis zwingend durchgesetzt werden. Jährliche Steuerverluste (inkl. Sozialbeiträge) von ca. 80.000 Euro pro im Ausland zugelassenem LKW schlagen hier zu Buche, das sollte doch auch für den deutschen Fiskus nicht unerheblich sein.

…die Sentenz “gleiches Geld für gleiche Arbeit” Realität wird

Durch die EU-Politik wurde den Dumpinglöhnen Tür und Tor geöffnet. Löhne in Deutschland stagnieren oder sind sogar rückläufig. Dies liegt auch daran, dass mittels dauerhaft hier “stationierter” LKWs bzw. Fahrer ganz klar Preisdumping betrieben wird. Es kann nicht sein, dass hierzulande Fahrer ihre Familien nur noch mehr schlecht als recht ernähren können, weil billigere, meist osteuropäische Kollegen ihre Jobs machen. Diese Kollegen werden unter teils menschen verachtenden Bedingungen und schlichtesten Verhältnissen oft monatelang fernab von ihrer Heimat eingesetzt, wobei sie jedoch mit den hiesigen Lebenshaltungskosten schlecht oder gar nicht zurande kommen. Eine eindrucksvolle Studie der ETF legt die Umstände offen, unter denen diese Fahrer arbeiten müssen. Um dies zu vermeiden, muss das Arbeitnehmerentsendegesetz (AentG) auch auf das Transportgewerbe ausgeweitet werden. Der Fahrer muss somit nach den höheren Entgeltsätzen entlohnt werden, der fragwürdigen Vorteilsnahme über die Fahrerlöhne wäre damit Einhalt geboten.

…ein Umdenken in Brüssel und Berlin beginnt

Erste Erfolge wurden dank der intensiven Bemühungen einiger Organisationen wie der ETF bereits erzielt, zumindest wurde erreicht, dass die weitere Liberalisierung bis zum Ende der Legislaturperiode von Siim Kallas (EU-Kommissar) aufgeschoben wurde. Dies lässt jedoch nicht genug Zeit, um eine echte Harmonisierung innerhalb der EU zuwege zu bringen. Ohne diese jedoch wenigstens annähernd erreicht zu haben, wird kein fairer Wettbewerb und kein geeintes Europa möglich sein.

Deshalb muss Deutschland das Verfahren der Schutzklausel zur Aussetzung gemäß Artikel 10 der Verordnung 1072/2009 aktivieren. Denn eine “ernste Marktstörung”, die das “überleben zahlreicher Unternehmen im Güterkraftverkehr gefährdet”, wie es darin heisst, ist doch wohl erkennbar gegeben. Die Aussetzung muss solange Bestand haben, bis eine Angleichung der steuerlichen Belastungen, der Arbeitskosten und der Sozialabgaben durchgeführt ist. Erst harmonisieren, dann liberalisieren, nur so kann Europa funktionieren.

…ein Europa geformt wird, dass nicht nur auf dem Papier, sondern auch “auf dem Bock” existiert

Durch die Marktöffnung sind LKWs aus sämtlichen Mitgliedsstaaten auch in allen diesen unterwegs. Daher sollte man davon ausgehen können, dass sowohl Fahrzeugstandard als auch Vorschriften entsprechend vereinheitlicht sind. Leider ist die Realität noch weit davon entfernt.

In Spanien z. B. müssen LKWs mit einer Standklimaanlage ausgestattet sein, während der Kollege in Italien, der bei gleichen äußeren Bedingungen seine vorgeschriebene Pause macht, bei Fahrzeuginnentemperaturen jenseits der 40 Grad Celsius oder sogar 50 Grad Celsius schlafen soll. Ob dieser dann wieder “zuverlässig, ausgeruht und sicher” 40 Tonnen über die Straßen bewegen kann, sei dahingestellt. Weiterhin gibt es nach wie vor immense Unterschiede in den erlaubten Geschwindigkeiten, Fahrzeugmaßen, bei Strafmaßen und Handhabung derer durch die entsprechenden Kontrollorgane. Hier muss dringend eine Angleichung erfolgen!

…der Beruf des Kraftfahrers wieder anerkannt und respektiert wird

Der Beruf des deutschen Kraftfahrers hat in den letzten Jahren immer mehr an Akzeptanz und an Anerkennung verloren. Die “Könige der Landstraße” sind schon lange Geschichte. Der Kraftfahrer, obwohl Versorger des ganzen Landes, verkommt zum Feindbild auf deutschen Straßen. Es gibt diverse Imagekampagnen, um das schlechte Bild der LKW-Fahrer zu ändern. Bislang jedoch ohne durchschlagenden Erfolg in der Bevölkerung.

Dieses Feindbild entstand durch vielerlei Einflüsse. Zum einen sind die LKWs durch unser aller Konsumverhalten auf Autobahnen präsenter denn je, zum anderen wird das entstandene Klischee vom “ungewaschenen, schmuddeligen Fahrer” auch durch die widrigen Arbeits- und Lebensumstände der “entsendeten” Kollegen bedient (s. Bericht der ETF). Und nicht zuletzt ist es wohl auch durch das Zutun der Politik entstanden, die durch diverse Kampagnen zur Verlagerung auf die Schiene den “stinkenden Bremsklotz” von der Straße verbannen wollte (obwohl bereits durch viele Gutachten und Sachverständige längst bewiesen ist, dass es weder umweltfreundlicher noch praktikabel wäre und auch keinerlei Vorteile in der Ladekapazität bringen würde, alles auf die Schiene zu verlagern).

Der Bevölkerung müssen die Ursachen der weit verbreiteten Aversion wieder deutlich vor Augen geführt werden, um Verständnis zu wecken. Letztendlich ist es das Kaufverhalten von jedem einzelnen, das Angebot und somit auch die Nachfrage bzw. den Preisdruck, der sich auf der Straße widerspiegelt, regelt. Jeder Bürger muss durch Aufklärung sensibilisiert werden und ein Prozess des Umdenkens beginnen. Zumal ein LKW in der heutigen Zeit ein hochkomplexes Hightech Instrument ist, dessen Beherrschung einiges an Qualifikation voraussetzt. Und mit der Minimierung des Klischees wird wohl auch das Nachwuchsproblem in der Gilde minimiert werden, denn die Anerkennung in der Öffentlichkeit steigert auch die Attraktivität des Berufes Kraftfahrer wieder.

 

>>>Fortsetzung folgt in den nächsten Tagen, ich trage noch sämtliche Namen zusammen , die mir in den 3 Jahren begegnet sind, und all den Unterstützern möchte ich damit danken, dass sie mich und die Actie bis heute oder zumindest ein Stück des Weges begleitet haben. DANKE!


 

Dazu , und zur Erklärung und passend zu meiner persönlichen Meinung, nehme ich ein paar Kommentare die mich während des schreibens dieses Blog´s hier erreicht haben.

Ralf Schoob Bohlmann Mein persönlicher Eindruck ist: Das ich versuchen will, da ich fast ums Eck bin, mit dem Kraftfahrerkreis Aschaffenburg – Miltenberg ein enges Verhältnis der Zusammenarbeit anzustreben. Weil bei mir auch eine innere Stimme noch stärker sagt, das es der Anfang zu was großem Positiven ist. Was ich auch sehr positiv am Samstag aufgenommen habe ist, das selbst ehemalige der Actie dort waren. Auch wenn sie nicht mehr dabei sind, sie engagieren sich und sind zur Zusammenarbeit bereit. Nur so funktioniert ein “GEMEINSAM” !! Auch ist in mir die Überlegung gereift, das man einen Kraftfahrerkreis Darmstadt-Dieburg gründen sollte. Dieses teilte ich auch Lars Kretschmann mit, der das positiv aufnahm. Egal zu welcher Kraftfahrervereinigung ihr gehört oder nicht, engagiert euch für die Zukunft und seit zu einer Zusammenarbeit bereit. Dann klappt es auch mit dem Nachbarn. „wink“-Emoticon Benutzt das reale Leben und/oder nicht nur die virtuelle Welt.

Michael Schreck 3 Jahre schon ?
Und ich engagiere mich, soweit es möglich ist erst 2,5 Jahre.

Eigentlich liegt es doch nur daran, daß es allen zu langsam voran geht und sich zu viele Profilierer eingemischt hatten, leider.
Aber es tut sich was, das ist doch sehr viel wert, auch wenn sich andere gerne mit den Erfolgen schmücken, die sich nur den Arsch breit sitzen und so tun , als wenn sie wer wären.
Udo, Du bist das Gesicht der Actie in Deutschland und steck den Kopf nicht in den Sand!
Mach einfach weiter !
Wenn was ist, auf mich kannste fast immer zählen.

Horst Fritzsche Dieses scheiss ,,Gemeinsam” soll anscheinend immer nur für demjenigen passen,der sich den Schuh gerade anzieht.Alle anderen haben sich dann danach zurichten,sonst sind sie zu blöd für ,,Gemeinsam” Letztes Wochenende in Aschaffenburg/Miltenberg da waren welche,die haben das echte,,Gemeinsam” verstanden und leben es.Da war Verdi,Actie,exKCD,exKfG und viele,viele Einzelpersonen,die sich nirgendwo hin zugehörig fühlen,aber wissen das sie alleine nichts beschickt bekommen.So geht ,,Gemeinsam” ihr FacebookPolitiker.

Jürgen Franz Zum Thema Augen öffnen: alle mal JETZT nach vorne gucken.Was seht Ihr? Die Strasse. Die wir ALLE benutzen. Uns unterscheidet in diesem Job gar nichts. Verarscht werden wir alle gleich.Ob AidT, CC oder JFAöK. Da sollte man einfach mal zusammen halten.

Axel Flaake: Herzlichen Glückwunsch Udo Skoppeck zu 3 Jahren Actie in de Transport und A.i.d.T.e.V. Was Du angefangen hast hat es in Deutschland so noch nie gegeben und wird in die Deutsche Geschichte eingehen. Herzlichen Glückwunsch auch den Weggefährten die von Anfang an Deinen Weg begleitet haben und Dir immer noch treu zur Seite stehen. Michael Schmalz und seine liebe Frau Katja Schmalz nicht zu vergessen Deine bezaubernde Frau Claudia Skoppeck.
Vergessen dürfen wir aber nicht die vielen Unterstützer, die der A.i.d.T. heute immer noch zur Seite stehen. Jan Bergrath, ein herausragender Journalist der Zeitschrift FERNFAHRER und nicht zu vergessen unser wandelndes Lexikon Gregor Ter Heide . Ein Mann und ehemaliger Kollege und Gewerkschaftler, kurz gesagt ein einmaliger Mensch.
Traurig macht mich, dass wir Fahrer es nicht geschafft haben einen zu unterstützen, der sich für uns den Arsch aufgerissen hat. Andre Sahorn und sein ET Radio mit seinem Team unter anderem Karsten Glaschick.
Leider kann ich hier nicht alle aufführen, die die A.i.d.T.e.V noch unterstützen und aktiv dabei sind, aber es hat sich ein sehr gutes Team gebildet und sollte Vorbild für alle Fahrer sein um sich der Sache anzuschließen.

Nachtrag: Einen habe ich noch vergessen, der von Anfang dabei war. Unseren Gerhard Schlappy Schulz und sein Actie Mobil. Schlappy Dir alles Gute und vor allem Gesundheit

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