tacho01

Darf ich ohne Fahrerkarte fahren?

Immer wieder tauchen Fragen auf, ob man ohne Fahrerkarte fahren darf. Das Netz ist voll von allen möglichen Theorien.

Die VO (EWG) 3821/85 erlaubt mir in Artikel 16 Abs. 3, dass ich z.B. bei Verlust oder Beschädigung der Fahrerkarte bis zu 15 Tage meine Fahrt fortsetzen darf oder sogar noch länger, wenn das erforderlich ist, um zum Betriebssitz zu gelangen. Grundsätzlich gilt: Es darf nicht ohne gültige Fahrerkarte gefahren werden. Es gilt der Grundsatz, wenn eine Gerät drin ist, ist es zu benutzen, außer es liegt ein Ausnahemgrund gemäß § 18 Abs.1 FPersV vor.

 Und jetzt die Ausnahme:
Bei Beschädigung, Fehlfunktion oder Verlust der Fahrerkarte muss der Fahrer bei der Behörde, in deren Zuständigkeitsbereich er den gewöhnlichen Wohnsitz hat binnen sieben Kalendertagen einen Antrag auf Ersetzung der Fahrerkarte stellen.

Der Fahrer darf in diesen Fällen seine Fahrt ohne Fahrerkarte während eines Zeitraums von höchstens 15 Kalendertagen fortsetzten (dabei spielt es keine Rolle, ob die Fahrt am Vortag auf dem Betriebshof endete).

Für den genannten Zeitraum ist zu Beginn der Fahrt und am Ende ein Ausdruck aus dem Kontrollgerät als Nachweis vom Fahrer mitzuführen. Auf dem Ausdruck ist der Name, Nummer der Fahrerkarte oder des Führerscheins und seine Unterschrift anzubringen.

Während eines längeren Zeitraums ist das Fahren eines Fahrzeugs mit digitalem Kontrollgerät ohne Fahrerkarte nicht erlaubt. Bei Nachweis, dass es unmöglich war, die Fahrerkarte während dieses Zeitraums vorzulegen oder zu benutzen und wenn das für die Rückkehr des Fahrzeugs zu dem Standort des Unternehmens erforderlich ist, kann ausnahmsweise über die 15 Tage hinaus mit Ausdrucken gefahren werden.


  1. Vor Fahrtbeginn einen Ausdruck machen
  2. Auf diesem Ausdruck, das Datum, die Uhrzeit, den Anfangskilometerstand, den Namen, die Nummer der Fahrerkarte ODER des Führerscheins sowie die vom Vortag geleisteten sonstigen Arbeitszeiten eintragen und das ganze noch durch die eigene Unterschrift bestätigen.
  3. Beim Feierabend müssen die im Tacho aufgezeichneten Lenkzeiten und deren Unterebrechungen / Ruhezeiten ausgedruckt werden und ggf. um die sonstigen Arbeits- und Bereitschaftszeiten (handschriftlich) ergänzt werden. Ebenfalls darf der Name und die Nummer der Fahrerkarte ODER des Führerscheins nicht fehlen.

800px-Fahrerkarte_2007_Rueckseite

Die o.g. Dinge müssen auch bei einem Fahrzeugwechsel (zwischen Fahrzeugen mit Tachoscheibe und Digitacho) gemacht werden. Die Ausdrucke sind stets dem Arbeitgeber sowie ggf. dem zuständigen Kontrollbeamten auf Verlangen auszuhändigen. Auch hierbei besteht eine Mitführpflicht von 28 Tagen!


Zu den Bußgeldern:

Wird das Kontrollgerät nicht beutzt (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe b Fahrpersonalgesetz), bzw. keine Fahrerkarte benutzt (EG- VO 3821/85, Artikel 15 Abs. 2 Unterabsatz 1 Satz 1), dann kostet das laut Katalog für den

- Fahrer: 250,00 € je 24-Stunden Zeitraum, in dem das Gerät nicht benutzt wurde.

-Unternehmer : 750,00 € je 24-Stunden Zeitraum, in dem nicht für die Benutzung des Kontrollgerätes gesorgt wurde.

Wenn man von einer vorsätzlichen Nichbenutzung ausgehen muss, dann verdoppeln sich die Bußgeldsätze.

Teilen mit