Aktivitäten der Actie in de Transport Germany

Actie in de Transport Germany

Die Actie in de Transport Germany versteht sich als eine Gemeinschaft von Kraftfahrern und der Transportbranche verbundenen Menschen. Diese Gemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf die Probleme der Branche hinzuweisen und etwas an der schlechten Situation für Kraftfahrer und Unternehmer zu ändern.

 Aktivitäten

22.02.2013
Gründung der Facebook-Gruppe nach niederländischem Vorbild

18.05.2013
Großes Actie-Infotreffen in Mellendorf mit KCD und Actie – NL

01.06.2013
1. Demonstration in Berlin

ab 06/2013
regelmäßige Berichte in Trucker, Fernfahrer

13.07.2013
„Streetworking“ auf dem Truck-GP Nürburgring (Einladung vom „Fernfahrer“ zur Podiumsdiskussion), Kontaktaufnahme mit Fahrern und Unternehmern

30.07.2013
Termin beim Bayrischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

10.08.2013
2. Demonstration in Köln mit der IG Fair KEP

18.08.2013
Gesprächstermin beim Bremer Senator Dr. Joachim Lohse

31.08.2013
3. Demonstration in Lübeck vor der Spedition Dinotrans

14.09.2013
Treffen der Actie, KCD und Truckerfreunde. Zusammenarbeit wurde beschlossen.

28.09.2013
„Streetworking“ auf der NUFAM in Karlsruhe

05.10.2013
4. Demonstration in Dortmund

12.10.2013
aktive Unterstützung einer Fahrerdemonstration in Göteborg (Schweden)

20.10.2013
Einladung zum Verdi-Frühstück in Wörrstadt

26.10.2013
aktive Unterstützung einer Kundgebung in Liege (Belgien) gefahren

16.11.2013
5. Demonstration in Aschaffenburg

25./26.12.13
Weihnachtsaktion der Actie. In ganz Deutschland waren Actie-visten auf Rastplätzen, Autohöfen und Raststätten unterwegs und haben Fahrern, die Weihnachten in der Kabine verbringen mussten, besucht und beschenkt. 1546 Fahrer wurden überrascht auf 209 Parkplätzen von 114 Actievisten in 56 Teams.

05.01.2014
Gründungsversammlung des A.i.d.T. e. V. (Allianz im deutschen Transportwesen) in Solingen

18.01.2014
15. Infotreffen in Köln Eifeltor, u. a. mit Raymond Lausberg, belgischer Vorzeigepolizist, der die Kabotage vorbildlich kontrolliert und gegen die Missstände der EU-Politik kämpft.

25.01.2014
Arbeitstreffen der Actie. Beschluss und Festlegung der Struktur.

22.03.2014
6. Demonstration in Dresden

03.05.2013
Actie-visten unterstützen „Together Now“ Europaweite Demo von Kraftfahrern in Berlin

17.05.2014
7. Demonstration in Ludwigshafen/Mannheim

19.07.2014
Streetworking TGP

30.08.2014
Aktionstag Hasselfelde

25.10.2014
Infotreffen Plaidt

01.11. 2014
Infotreffen Aachen

Links

http://www.youtube.com/watch?v=BbN9JcOyv0k
Vorstellung der deutschen A.i.d.T.

http://www.youtube.com/watch?v=jmRTPx22_lE
1 Jahr A.i.d.T. in Deutschland 2/2014

 

LKW – Demonstrationen der „Actie in de Transport“

 

http://www.youtube.com/watch?v=ORgRey71PI0
Dumping Bericht

 

http://www.youtube.com/watch?v=tlaDg-qbNVs
1. Demo Berlin                      6/2013

 

http://www.youtube.com/watch?v=2jUcfDHZrEk
2. Demo in Lübeck                  8/2013

http://www.youtube.com/watch?v=d2Qnr0Y5e64
3. Demo Dortmund              10/2013

http://www.youtube.com/watch?v=JpN4n0bC1SE&list=UUDM2bDnuWh7MdDV-VhClFKA&index=30
4. Demo Aschaffenburg       11/2013

http://www.youtube.com/watch?v=PB-jhrmHsyE
5. Demo Köln                         1/2014

http://www.youtube.com/watch?v=xA24lEcGaTk
6. Demo Dresden                   3/2014

http://www.youtube.com/watch?v=psMXeSGOUV4
7. Demo Mannheim              5/2014


 LKW-Fahrer demonstrieren gegen Preisdumping

Trucker leiden unter Billig-Konkurrenz aus Osteuropa

 http://www.deutschlandradiokultur.de/verkehr-lkw-fahrer-demonstrieren-gegen-preisdumping.1046.de.html?dram:article_id=285680
16. Mai 2014 17:57

Von Ludger Fittkau
Auf Verkehrsbehinderungen müssen sich Autofahrer morgen zwischen Ludwigshafen und Mannheim einstellen. Ein Demonstrationszug mit Lastwagen legt ab 10 Uhr den Verkehr über die Kurt-Schumacher-Brücke lahm. Erwartet wird ein Konvoi mit rund 50 Transportern. Damit protestiert eine Berufskraftfahrer-Vereinigung gegen Lohndumping im Transportwesen. (mho)

Mannheim/Ludwigshafen: Lastzüge auf Demo-Tour

Die deutsche Speditionsbranche beklagt einen ruinösen Preisverfall – ausgelöst durch Billig-Konkurrenz aus Osteuropa. Am Samstag haben LKW-Fahrer und Spediteure in Mannheim und Ludwigshafen mit Protesten auf ihre Lage aufmerksam gemacht.

Thomas Zaganski rollt in der Ludwigshafener Einkaufszone ein Plakat aus, mit dem er gegen Preisdumping im Frachtgewerbe demonstriert. Thomas Zaganski besitzt selbst eine kleine Spedition für Kurier-Sonderfahrten im deutschen Südwesten:

“Das Preisdumping ist für mich als Unternehmer extrem. Dass die Frachtpreise immer weiter sinken trotz steigender Betriebskosten. Was vorrangig daher kommt, dass die Mitbewerber aus Osteuropa die Preise dermaßen drücken, dass man bald nicht mehr konkurrenzfähig ist.”

Gemeinsam mit dem kleinen Spediteur verteilen auch LKW-Fahrer Flugblätter in der Ludwigshafener Innenstadt. Darin wird die Politik aufgefordert, das Preis- und Lohndumping im Truckergewerbe zu stoppen.

Berufskraftfahrer Markus Rüdiger lebt im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim. Er beobachtet immer häufiger, mit welchen Methoden vor allem osteuropäische Speditionen versuchen, die Transportkosten zu drücken:

“Getankt wird meistens mit großen Tanks im Osten Europas. Maut wird vielleicht sogar auch noch geprellt. Das Bundesamt für Güterkraftverkehr kontrolliert zu wenig. Wir sind der Meinung, da müssten viel mehr Kontrollen sein, auch in Bezug auf Fahrzeugmängel, da teilweise ungeschultes Personal auf verkehrsgefährdenden Fahrzeugen sitzt.”

“60 bis 70 Wochenstunden sind die Regel”

Billiger – aber eben auch unsicherer. So sieht Markus Rüdiger den Trend in seiner Branche. Auch seine Ehefrau Nicole Rüdiger beteiligt sich an der Protest-Aktion von “Fahrerinitiativen” und Gewerkschaften. Denn auch ihr Mann bringt immer weniger Geld nach Hause, obwohl er immer mehr arbeitet:

“Ständig werden irgendwelche Touren umgeworfen, weil es heißt, es wird doch über ein Subunternehmen abgewickelt – das rechnet sich für uns nicht. Und zeitmäßig ist halt nichts planbar, weil er immer mehr unterwegs ist, 60 bis 70 Wochenstunden sind die Regel.”

Trotzdem fehlen am Monatsende inzwischen 300 bis 400 Euro. Der Grund: Die Konkurrenz der Billiglöhner im EU-Binnenmarkt. Ausländische LKW-Fahrer sind für einen Bruchteil dessen auf der Straße, was deutsche Kraftfahrer einst verdienen konnten. Thomas Zaganski:

“Wir gehen nicht gegen die Fahrer vor aus Osteuropa, sondern gegen dieses ganze System. Und da ist das so, dass die Kollegen aus Polen, Ungarn und Rumänien teilweise drei Monate Nonstop in ihrem Transporter leben. Nicht nur im LKW, das geht ja noch, die haben ja teilweise so eine Art Wohnzimmer, sondern sie schlafen teilweise im Transporter auf den Lageflächen, was einfach nicht mehr tragbar ist. Und auch nicht gesetzeskonform.”

Ihre Billig-Löhne erlauben es den ausländischen LKW-Fahrern nicht, sich mal ein Hotelzimmer zu nehmen, betont Berufskraftfahrer Markus Rüdiger. Eine lettische Speditionsfirma habe philippinische Kraftfahrer auf deutschen Straßen etwa für 600 Euro im Monat fahren lassen, erzählt er während der Protestaktion:

“Das wissen wir alle, für 600 Euro im Monat kann ich nicht leben und schon gar nicht auf der Straße. Wenn ich auf einem Rasthof 15 bis 20 Euro für ein Abendessen bezahlen muss, inklusive einem Getränk, wie lange soll das Geld reichen? Und natürlich entstehen dann solche Bilder, dass dann campiert wird, dass dann wie im 19. Jahrhundert sage ich jetzt mal auf der Ladefläche gekocht wird. Dass dann halt die Zustände sittenwidrig sind.”

Jetzt vor der Europawahl richtet sich der Protest der LKW-Fahrer und Spediteure vor allem an die Brüsseler Politik. Man müsse dafür sorgen, dass Gesetzte zu Sicherheitsstandards und Arbeitschutz europaweit geschaffen und angewendet werden. Die EU-Osterweiterung dürfe darf nicht zu Lasten der Sozialstandards im westeuropäischen LKW-Gewerbe gehen.

 Verlauf der Kundgebung “Gegen Sozialdumping im Transportgewerbe und anderen Branchen”


Text: Polizeipräsidium Rheinpfalz

17. Mai 2014 – 15:18

Ludwigshafen

http://www.frequency.com/video/17052014-ludwigshafen-mannheim/169172435/-/Facebook

Für Samstag, 17.5.2014, zw. 9.00 und 15.00 Uhr hatte die Actie in de Transport Germany eine Kundgebung unter dem Motto „Gegen Sozialdumping im Transportgewerbe und anderen Branchen“ bei der Versammlungsbehörde der Stadtverwaltung Ludwigshafen angemeldet.

Ein LKW-Corso von etwa 40 Zugmaschinen, ausgehend vom Gewerbegebiet Hansenbusch und eine etwa 60 Personen umfassende Fußgruppe, ausgehend vom Platanenhain in der Ludwigshafener Innenstadt, setzten sich getrennt nach jeweiligen Auftaktkundgebungen gg. 10.15 Uhr  in Bewegung.

Auf der Kurt-Schumacher-Brücke wurden beide Aufzüge vereinigt und setzten dann ihren Weg in die Innenstadt von Mannheim fort, wo am Friedrichsplatz eine Abschlusskundgebung stattfand. Um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten, waren Verkehrsregelungsmaßnahmen durch Mannheimer und Ludwigshafener Polizeikräfte erforderlich. Zusätzlich musste die B44 in Höhe der Auffahrt Bruchwiesenstraße in Richtung Mannheim bis 11:30 Uhr gesperrt werden. Die Kundgebung verlief ohne Vorkommnisse.


LKW-Fahrer protestieren europaweit gegen Lohndumping

Von Elisabeth Zimmermann und Christoph Dreier

14. Mai 2014
https://www.wsws.org/de/articles/2014/05/14/lkw-m14.html http://www.youtube.com/watch?v=xrjozOK2Kko

Am ersten Samstag im Mai demonstrierten in Berlin mehrere Hundert LKW-Fahrer gegen Lohn- und Sozialdumping in Europa. Die Aktion war Teil von Protesten in mehreren europäischen Städten, unter anderem in Oslo, Den Haag, Kopenhagen und Madrid. Aufgerufen hatten verschiedene Berufsverbände unter anderem die Kraftfahrer Clubs Deutschland e.V. Von Verdi und anderen DGB-Gewerkschaften war bei der Kundgebung in Berlin nichts zu sehen.

Täglich sind allein in Deutschland über eine Million LKW-Fahrer auf den Straßen unterwegs. Die meisten von ihnen leiden unter hohem Zeitdruck, niedrigen Löhnen und einem gnadenlosen Wettbewerb, der durch die Liberalisierungspolitik der EU in Gang gesetzt und durch die EU-Osterweiterung vor zehn Jahren enorm verschärft worden ist.

Hunderte Millionen Tonnen Güter werden täglich über die meist vollgestopften Straßen transportiert. Dazu gehören Zuliefermaterial für die Autoindustrie, die genau auf die Minute (just in time) angeliefert werden müssen, Güter der Grundstoffindustrie wie Kohle, Öl, Flüssiggas, Beton, Stahl und Baumaterial, Lebensmittel, praktisch alle Dinge des täglichen Bedarfs und Waren, die täglich online bestellt werden.

Die Arbeitsbedingungen für die meisten LKW-Fahrer sind mörderisch. Vorgegebene Zeiten für bestimmte Entfernungen können oftmals aufgrund von Staus oder Unfällen nicht eingehalten werden. Die zulässigen Fahrzeiten werden dadurch notgedrungen überschritten. Im Falle von Kontrollen müssen die Fahrer entsprechende Bußgelder bezahlen.

Die durch diese Bedingungen häufige Übermüdung vieler Fahrer führen immer wieder zu tragischen und katastrophalen Unfällen. Bei verstärkten gesundheitlichen Problemen mit zunehmenden Alter sind LKW-Fahrer von Arbeitsplatzverlust, Arbeitslosigkeit und niedrigen Renten bedroht, obwohl sie jahrzehntelang hart gearbeitet haben.

In der Transportbranche entwickelt sich seit Jahren Widerstand gegen Lohndumping. Proteste und Demonstrationen werden zunehmend unabhängig von den Gewerkschaften organisiert. Auf der Kundgebung in Berlin waren auch Mitglieder der Initiative „Actie in de Transport“ („Aktion im Transportwesen“) anwesend, die in den Niederlanden gegründet wurde. In der internationalen Gruppierung haben sich Fahrer und auch Unternehmer europäischer Länder zusammen gefunden, um die Situation in der Branche zu verbessern.

Unterstützer der Gruppe gibt es inzwischen in den Niederlanden, Dänemark, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Finnland, Österreich und Deutschland. Laut eigenen Aussagen unterstützen 25.000 Mitglieder die Gruppe über Facebook und tauschen sich über Probleme und Forderungen aus.

In den Zielen der Gruppe heißt es: „Es soll und wird nicht nur bei Facebook bleiben. Vielmehr möchten wir die Politik erreichen, damit das enorme West/Ost-Preisgefälle, welches durch die Marktöffnung entstanden ist, harmonisiert wird. Wir wenden uns weder gegen die ausländischen Kollegen noch gegen die Speditionen, sondern wir fordern ganz im Gegenteil gleiche Bedingungen und Voraussetzungen, damit wir alle überleben können. Nur mit gleichen Bedingungen ist ein fairer Wettbewerb möglich. Dies ist unser Ziel!“

Dann werden einige der Anlässe geschildert, die zur Gründung von „Actie in de Transport“ geführt haben. So wurde Anfang letzten Jahres in den Niederlanden bekannt, dass eine lettische Spedition mit Stammsitz in Lübeck Fahrer auf den Philippinen anwirbt. Diese sollten für 680 Euro im Monat plus Spesen in ganz Europa fahren. In den Niederlanden gibt es mehrere Zehntausend arbeitslose Fahrer, die aufgrund der durch EU-Vorgaben entstandenen Preispolitik zu teuer sind.

In Italien wurden Fälle von osteuropäischen Fahrern bekannt, die für 380 Euro Mindestlohn arbeiten. Ungarische Fahrer arbeiten teilweise für 10 Cent pro gefahrenen Kilometer – für Niedrigstlöhne, von denen niemand leben kann. Da an Diesel, Maut und den sonstigen Betriebskosten kaum etwas gespart werden kann, findet der Unterbietungswettkampf bei den Speditions- und Frachtkosten praktisch nur über die Löhne und Arbeitsbedingungen und über Einsparungen beim Personal, den Fahrerinnen und Fahrern, statt.

Die hier geschilderten Probleme werden auch durch die Veröffentlichungen von anderen Verbänden und Statistiken untermauert. So heißt es unter der Überschrift „Marktöffnung: Preisdruck nimmt zu“ in trans aktuell: „Die große EU-Osterweiterung jährt sich zum zehnten Mal. Die Bilanz fällt zwiespältig aus. Es gibt viele Klagen über Preisverfall und Sozialdumping. Aber hinter der Konkurrenz aus den Beitrittsstaaten stehen nicht selten deutsche Unternehmen.“

So ergab eine Fahrerbefragung des Bundesamtes für Güterverkehr, dass 72 Prozent der Kabotagefahrten in Deutschland im Auftrag deutscher Unternehmen unternommen werden. Kabotage bedeutet die Übernahme von Transportdienstleistungen innerhalb eines Landes durch ein ausländisches Unternehmen.

Teilnehmer an der Protestaktion in Berlin waren teilweise von weit her angereist. Einige LKW-Fahrer demonstrierten mit Transparenten an ihren Fahrzeugen für bessere Arbeitsbedingungen. „Arm trotz Arbeit“, „Vom Traumberuf zum Albtraum“ und „Wir wollen von unserer Arbeit leben und nicht von Hartz IV“ stand darauf.

Reporter der World Socialist Web Site sprachen mit Demonstrationsteilnehmern. Andreas, 37, kommt aus Niederösterreich und hat zwei Kinder. Er meinte: „Auf nationaler Ebene kann man die Löhne und Arbeitsbedingungen nicht verteidigen. Man muss auf europäischer Ebene kämpfen. Die Beschäftigten müssen sich gemeinsam wehren. Die Firmen drücken die Löhne, indem sie die Arbeiter der verschiedenen Länder gegeneinander ausspielen.“

Andreas und Sven

Sven, 37, wohnt in Bayern und hat einen Sohn. Er sagte: „Die Gewerkschaften ziehen nicht mit uns an einem Strang. Die Kraftfahrergewerkschaft (KFG) nutzt den Mitgliedsbeitrag, um in teuren Mietwagen umherzufahren. Verdi redet nur und macht nichts. In den letzten fünf Jahren sind die Löhne in Deutschland im Vergleich zu Österreich für LKW-Fahrer um 600 bis 700 Euro zurückgefallen. Die Beschäftigten werden rausgeekelt und dann neue Kollegen für deutlich weniger Lohn eingestellt.“

Andreas ergänzte: „Und die niedrigen deutschen Löhne werden dann genutzt, um auch das Tarifgefüge in Österreich aufzubrechen. Wir müssen uns jetzt gemeinsam wehren, sonst ist es zu spät.“

Die Berliner Zeitung zitierte Klaus-Jürgen P., 57, aus Kleinmachnow. Er berichtete, dass er vor kurzem entlassen worden sei, weil er sich geweigert habe, gesetzliche Vorschriften zu den Arbeits- und Ruhezeiten zu missachten. Er habe seit dem Jahr 2000 in diesem Job gearbeitet. Manche Anforderungen an die Fahrer seien nicht mehr erfüllbar: „Ich sollte dreimal in der Woche Berlin-Antwerpen fahren. Das ist einfach nicht zu schaffen.“

Die Vorschläge und Forderungen der „Actie in de Transport“ zur Verbesserung der Lage der Transportarbeiter in ganz Europa richten sich vor allem an die EU und die nationalen Regierungen. So werden einheitliche Mindestlöhne und einheitliche Frachttarife innerhalb der EU gefordert. Außer mit Briefen und Petitionen, die sich wiederum an die EU-Kommission und bürgerliche Politiker richten, sollen vor allem Demonstrationen und Protestaktionen auf die schwierige Lage der LKW-Fahrer aufmerksam machen und für Unterstützung aus der Bevölkerung werben.

Während die Protestaktionen und Demonstrationen unabhängig von den Gewerkschaften, die keinen Finger für die Arbeiter rühren, zu begrüßen sind, muss vor jeglicher Illusion in die EU-Kommission und die nationalen Regierungen gewarnt werden. Sie sind ja gerade für die Liberalisierung der Märkte und für Lohn- und Sozialdumping verantwortlich.

Die Gewerkschaften unterstützen „ihre“ nationalen Unternehmen und Regierungen bei diesen Angriffe gegen die Arbeiter, um die jeweilige „Wettbewerbsfähigkeit“ zu verteidigen, und spielen so die Arbeiter gegeneinander aus

Ein wirkungsvoller Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping in Europa ist nur auf der Grundlage einer internationalen sozialistischen Perspektive möglich, im Kampf für Vereinigte Sozialistische Staaten von Europa.


Konvoi-Demo nach Mannheim 

Lkw-Fahrer demonstrieren gegen Arbeitsbedingungen
http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/konvoi-demo-nach-mannheim-lkw-fahrer-demonstrieren-gegen-arbeitsbedingungen/-/id=1682/did=13410238/nid=1682/vv=teaser-12/17qcguu/index.html

17.05.2014, 11.41 Uhr
Mit einem Konvoi von Ludwigshafen nach Mannheim haben am Samstag etwa 100 Lkw-Fahrer gegen ihre Arbeitsbedingungen protestiert. Die Hochstraße Nord war rund eineinhalb Stunden in Fahrrichtung Mannheim gesperrt. Im Fokus des Protests standen Fahrer aus Osteuropa.

  • Demonstration von Lkw-Fahrern (Symbolbild)

Die Teilnehmer protestierten vor allem gegen die Billiglohn-Konkurrenz aus Osteuropa. Nach Angaben einer Berufskraftfahrervereinigung setzen immer mehr Konzerne auf günstige Spediteure aus Osteuropa. Zahlreiche kleine und mittelständische Speditionen gingen dadurch pleite, viele Fahrer aus Deutschland müssten zusätzlich Hartz IV beantragen.

Die Demonstranten fordern deshalb, europaweit gleiche Löhne einzuführen. Auch die Situation der osteuropäischen Fahrer sei kritisch: Sie seien teilweise bis zu sechs Monate am Stück auf Achse, kritisiert der Verband.

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